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Archiv der Kategorie Terminologie
Terminologie: Die Sprache der anderen
30.1.2012 von Nina Neumann.
In der Technischen Dokumentation herrscht weitgehend darüber Konsens, dass Terminologie zur Vereinheitlichung der Firmensprache (”Corporate Language”) eingesetzt werden soll, und das ist auch richtig so. Viele sind an der Erstellung der unterschiedlichen Dokumente und Publikationen eines Unternehmens beteiligt. Es ist daher wichtig, dass sie ein gemeinsames Vokabular verwenden.Aber bei diesem Ansatz ist eine Komponente nicht vertreten: die Außenwelt. Diese lässt sich nur bedingt durch die “Corporate Language” beeinflussen, was nicht nur Kommunikationsprobleme verursacht, sondern auch echte Nachteile bringen kann. Etwa wenn sich die Zulassung eines Produkts verzögert, weil im Antrag falsche Schlagwörter stehen.
Welche ist denn diese Außenwelt? Sie lässt sich in folgende Hauptgruppen unterteilen: a) Kunden und Nutzer des Produkts, b) Behörden und Verwaltung sowie c) Zulieferer, Partner und Fremdunternehmen.
Mit dem Kunden möchte ein Unternehmen in unterschiedlichen Situationen kommunizieren. Er soll das Produkt gut bedienen und verstehen können. Er soll bei etwaigen Problemen schnell eine Lösung finden bzw. mit dem Technischen Support so sprechen können “wie ihm der Schnabel gewachsen ist”. Außerdem möchte das Unternehmen den Kunden bei Werbe- und Vertriebsmaßnahmen erreichen können. Es möchte beispielsweise, dass der Kunde es im Produktregister einer internationalen Messe findet, wenn dieser mit eigenen Suchbegriffen nach einem Produkt sucht.
Behörden gehören zum Umfeld eines Unternehmens. Ob es um die Zulassung eines Produkts geht, um eine Ausfuhrgenehmigung oder um die Einhaltung einer bestimmten Norm, überall findet man im Umgang mit Behörden eine normierte Fachsprache, deren Bedeutung oft exakt definiert ist. Man denke nur an die Rechtssprache oder an Produktnomenklaturen. Manch ein Entscheider wird sich sicherlich an die Auswirkungen eines falschen Fachworts in einem Vertrag erinnern.
Lieferanten und Wettbewerber interagieren mit dem Unternehmen in unterschiedlichen Situationen. Es arbeitet mit Lieferanten an gemeinsamen Projekten. Fachleute des Unternehmens und des Lieferanten müssen sich verständigen, Entwicklungsspezifikationen gleich auslegen, und dies auch wenn sie ungleiche Fachwörter verwenden. Bei der Suche nach geeigneten Lieferanten ist es für das Unternehmen von Vorteil, wenn es alle potenziellen Lieferanten anfragen kann, auch wenn diese im Internet oder in entsprechenden Registern unter einer anderen Bezeichnung verschlagwortet sind. Wettbewerbern begegnet man am Markt, bei Veranstaltungen oder man kommt mit ihnen bei Ausschreibungen oder Projekten in Berührung. Fast täglich berichtet die Presse von Firmenübernahmen, die zur Folge haben, dass zwei “Corporate Languages” auf einmal aufeinander treffen.
In all den oben geschilderten Situationen ist es im ureigenen Interesse des Unternehmens, “die Sprache der anderen” zu kennen und in geringem Umfang zu erfassen. Allerdings sollte es dabei nicht denselben Aufwand betreiben wie für das Erfassen und den Aufbau der eigenen Terminologie. Es kann aber bei Schlüsselwörtern marktgängige Synonyme erfassen und einige Schlüsselbegriffe aus Normen, Nomenklaturen oder Rechtstexten mitaufnehmen, sofern die eigene Terminologie davon abweicht. Bei der Auswahl der Synonyme kann es die Wörter nehmen, die im eigenen Firmenvokabular relativ häufig vorkommen und Kernprodukte oder Kernkomponenten der eigenen Produktlinie bezeichnen. So könnte ein Kompressorenhersteller neben dem eigenen Fachwort “Schraubenkompressor” auch marktübliche Bezeichnungen wie “Schraubenverdichter” mit entsprechenden Attributen in das Firmenwörterbuch aufnehmen.
Wie können solche Termini aus “der Sprache der anderen” eingesetzt werden? Eine wichtige Einsatzsituation betrifft die Benutzerfreundlichkeit der Dokumentation wie beispielsweise Bedienungsanleitungen oder Anwenderhandbücher für Software. Jeder hat schon den Fall erlebt, bei dem er vergeblich nach einer Funktion oder Information in einem Handbuch gesucht und diese nicht gefunden hat, weil sie anders verschlagwortet war. Moderne Editoren oder DTP-Systeme erlauben durchaus die Eingabe unsichtbarer Synonyme in Indexfeldern (siehe “Wussten Sie das?” auf Seite 2). Damit wird beispielsweise der Anwender unter dem Stichwort “Wizzard” auf die Arbeit mit dem “Assistenten” verwiesen, auch wenn “Wizzard” nicht zur “Corporate Language” gehört und als “verboten” gilt. Das Prinzip lässt sich auf unterschiedliche Suchmöglichkeiten über Stichwörter erweitern: “Suche nach ABC, siehe XYZ”. Das Stichwort für derartige Synonymgruppen heißt “semantisches Feld”, welches oft unsichtbar in verschiedenen Internet- und Browserapplikationen integriert ist.
Natürlich beschränkt sich dieser Ansatz nicht nur auf die deutsche Sprache. Internationale Unternehmen haben einen mehr oder weniger großen Umsatzanteil im Ausland. Es lohnt sich daher für sie, bei den am meisten benötigten Sprachen ähnlich vorzugehen. Dabei können sich Unternehmen von ihren Übersetzungsdienstleistern unterstützen lassen.
Eine optimierte Kommunikation mit der Außenwelt zählt sicherlich zu den Hauptvorteilen der Terminologiearbeit. Eine bessere Kommunikation mit Kunden, das Erreichen neuer Kundenkreise, ein reduzierter Aufwand des Technischen Supports, die reibungslose Übernahme eines Unternehmens. Das sind einige Beispiele für Vorteile, die durch die terminologische Aufbereitung der “Sprache der anderen” erzielt werden können. Sie lassen sich in bares Geld umrechnen.
[Text: D.O.G. GmbH. Quelle: D.O.G. news, 1/12. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von Dr. François Massion.]
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Across ist Mitglied des Deutschen Terminologie-Tag e.V.
22.1.2012 von Nina Neumann.
Die Across Systems GmbH ist zum Jahresbeginn dem Deutschen Terminologie-Tag e.V. (DTT) beigetreten. Damit will der Anbieter des Across Language Servers, einer marktführenden Software-Plattform für alle Sprachressourcen und Übersetzungsprozesse im Unternehmen, proaktiv seine eigene Expertise in die Gestaltung zukünftiger Verfahren und Methoden im Bereich der mehrsprachigen Kommunikation mit einbringen. Die Verbandsarbeit innerhalb des DTT übernimmt Dr. Birte Lönneker-Rodman, Consultant Language Technologies bei Across Systems.
Dr. Birte Lönneker-Rodman verfügt über eine umfassende Expertise im Bereich Terminologiearbeit. Bevor sie zu Across wechselte, war sie lange Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Hamburg bzw. des International Computer Science Institute, Berkeley (USA). Bei Across betreut sie als Consultant Language Technologies mittelständische und Großunternehmen bei der Einführung und effizienten Nutzung entsprechender Technologien von Across im Bereich Terminologiemanagement.
„Ich freue mich sehr darüber, dass Across nun Mitglied beim DTT ist“, sagt Dr. Birte Lönneker-Rodman. „Der Verband ist eine attraktive Plattform, um mit Vertretern aus Wissenschaft, Lehre und Praxis Know-how und Erfahrungen auszutauschen.“ So findet beispielsweise vom 19. bis 21. April 2012 das DTT-Symposion in Heidelberg statt, auf dem zahlreiche Experten aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse hinsichtlich der Terminologiearbeit „von morgen“ präsentierten. „Diese Veranstaltung und die weiteren Kommunikationsplattformen des DTT liefern wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung unseres Terminologiemanagement-Systems crossTerm“, erläutert Dr. Lönneker-Rodman.
Across wird auf dem DTT-Symposion als Aussteller vertreten sein. Zusätzlich hält Ursula Reuther, Account-Managerin beim Across Spin-Off Unternehmen Congree Language Technologies GmbH am 21. April ab 12.00 Uhr einen Vortrag zum Thema „Terminologie ist gut – Terminologiekontrolle ist besser“.
Über den DTT e.V.
Der DTT e.V. ist ein Forum für alle, die sich mit Terminologie und Terminologiearbeit beschäftigen. Er hat sich zum Ziel gesetzt, durch Beratung und Koordination sowie durch die Veranstaltung von Symposien und Workshops zur Lösung fachlicher Kommunikationsprobleme beizutragen. In zweijährigen Abständen veranstaltet der DTT e.V. Symposien zur Behandlung terminologischer Belange und aktueller Themen der Terminologiearbeit. Innerhalb des Verbandes engagieren sich Vertreter aus Wissenschaft und Praxis gleichermaßen, um ihr Know-how und Erfahrungen auszutauschen.
www.dttev.org
Über die Across Systems GmbH
Across mit deutschem Hauptsitz in Karlsbad (bei Karlsruhe) und einer US-amerikanischen Niederlassung in Glendale (bei Los Angeles) ist Hersteller des gleichnamigen Across Language Servers, einer marktführenden Software-Plattform für alle Sprachressourcen und Übersetzungsprozesse im Unternehmen. Durch den Einsatz von Across können bei höherer Übersetzungsqualität und mehr Transparenz der Aufwand und somit die Prozesskosten innerhalb kürzester Zeit reduziert werden.
www.across.net
[Text: Across. Quelle: Pressemitteilung Across, 16.1.2012. Bild: Across.]
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SDL unterstützt Mitarbeiter mit Terminologien
8.1.2012 von Nina Neumann.
Veränderungen gehören zum Unternehmensalltag. Die Gründe für Veränderungen können vielfältig sein: Strategische Neuausrichtungen, Umstrukturierungen, der Zusammenschluss von Unternehmen oder Produkteinführungen sind nur einige Beispiele. Wie mit der Veränderung umgegangen wird, ist eine Fragestellung, mit der sich auch die Unternehmenskommunikation nach Vorgabe der Geschäftsführung beschäftigt. Wie Mitarbeiter softwareseitig dabei unterstützt werden können, dass sie jederzeit die korrekten und aktuellen Markennamen und unternehmensspezifischen Begriffe verwenden und so zur Stärkung der Markenidentität innerhalb und außerhalb des Unternehmens beitragen, beleuchtet dieser Artikel.
Implementierungslücken umgehen
Dass Veränderungen, die auf Geschäftsführungsebene eingeläutet werden, oftmals nur halbherzig auf operativer Ebene umgesetzt werden, muss nicht zwangsläufig an der Veränderungsresistenz von Organisationen liegen. Allzu oft sind es schlicht und einfach die gefürchteten Implementierungslücken, die unter anderem darauf zurückzuführen sind, dass entscheidendes Wissen nicht in alle Unternehmensbereiche gelangt. Um Änderungen oder Anpassungen in der Unternehmenssprache (Corporate Language) oder -terminologie innerhalb eines Unternehmens durchzusetzen, eignet sich neben Newslettern und Mitarbeiterzeitschriften am besten eine allen leicht zugänglich Plattform, über welche die unternehmenseigene Terminologie, wie Marken- und Produktnamen, von den Mitarbeitern jederzeit selbstständig zu Prüfzwecken abgerufen werden kann.
Wissen bündeln und zentral zur Verfügung stellen
In einer Terminologiedatenbank werden unternehmenseigene Begriffe erfasst, gepflegt und zur Verwendung mit Texterstellungsprogrammen oder bei international agierenden Unternehmen mit Übersetzungssoftware bereitgestellt. Die Unternehmensterminologie wird mithilfe einer grafischen Benutzeroberfläche erfasst. Zu jedem Begriff können alle erforderlichen Metadaten, wie beispielsweise Definition, Anmerkung, Abbildungen oder Freigabestatus abgelegt werden, damit Mitarbeiter wissen, was genau sich hinter dem Begriff verbirgt und ob und in welchem Zusammenhang er verwendet werden darf.
Gerade im Rahmen des Change Managements empfiehlt es sich, Terminologiedatenbanken nicht nur lokal zu verwalten und bei Bedarf per E-Mail zu verschicken, sondern eine Serverlösung zu implementieren, über die alle Mitarbeiter jederzeit und standortunabhängig Zugriff haben. Wenn ein Begriff oder der Freigabestatus eines Begriffs von z. B. der Unternehmenskommunikation geändert wird, entsteht kein zusätzlicher Kommunikationsaufwand, sondern jeder Mitarbeiter bekommt bei der nächsten Datenbankabfrage sofort die aktuell gültige Version angezeigt. So wird gewährleistet, dass keine falschen oder veralteten Begriffe genutzt werden und die einheitliche Außendarstellung des Unternehmens schwächen.
Ein solides Sprachgerüst schaffen
Change Management ist eine Herausforderungen für jede Organisation. Mit einer einheitlichen Kommunikation kann viel Unsicherheit innerhalb des Unternehmens vermieden werden. Für die Außenkommunikation ist ein einheitlicher Sprachgebrauch mindestens von genauso großer Bedeutung, wenn es darum geht, Marken zu konsolidieren oder neu einzuführen. Aktives Terminologiemanagement kann hier einen wichtigen Beitrag bei der Durchführung des Change Managements leisten.
Weitere informationen unter: www.marketing-boerse.de
[Text: SDL. Quelle: Pressemitteilung SDL, 15.12.2011. Bild: SDL.]
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Alignment: Altübersetzungen sinnvoll wiederverwerten
13.11.2011 von Richard Schneider.

Beispiel für eine problematische Zuordnung beim Alignment
Bei manchem Übersetzungsprojekt ist bereits ein Großteil der benötigten Übersetzung vorhanden. Sie liegt als Referenzmaterial vor, aber nicht in einer von Translation-Memory-Systemen verwertbaren Form (z. B. als PDF-Datei). Optimal ist das natürlich nicht. Zum einen entstehen noch einmal Kosten für dieselbe Übersetzung. Zum anderen wird wohl kein Übersetzer bei jedem einzelnen Satz in zwei Referenzdokumenten (Original und Übersetzung) nachschlagen, was darin steht. So ist es nicht verwunderlich, dass bereits übersetzte Sätze oder Termini im neuen Übersetzungsprojekt auf einmal ganz anders lauten.
Für solche Fälle kann das sogenannte Alignment Abhilfe schaffen. Was passiert beim Alignment? Theoretisch erfolgt dieser Prozess in drei Etappen. Zuerst liest ein Alignment-Programm oder ein Alignment-Modul von Translation-Memory-Systemen (TMS) jeweils den Originaltext und seine Übersetzung ein. Es zerlegt dabei diese in einzelne Segmente. Ein Segment ist eine (konfigurierbare) Übersetzungseinheit, meistens ein Satz. In einem zweiten Schritt ordnet es die Segmente den jeweiligen Sprachen mit Hilfe interner Algorithmen zu. In einem dritten Schritt prüft ein sprachkundiger Lektor, ob die Satzpaare korrekt zueinander passen.
Viele stellen sich das Alignment als eine problemlose Angelegenheit vor: Es gibt einen Text in Deutsch mit 100 Sätzen und eine Übersetzung mit 100 Sätzen. Das Programm verknüpft also die Sätze automatisch der Reihe nach und “das war’s”! In der Praxis laufen die Uhren aber anders. Bei fast jedem Projekt entstehen Alignment-Fehler, die unterschiedliche Ursachen haben können. Das Ergebnis sind dann Segmentpaare, die inhaltlich nicht zueinander passen und bei einer automatischen Wiederverwendung schwere Fehler verursachen können.
Warum passiert so etwas? Im Wesentlichen findet man folgende Situationen:
Der Text wurde nicht übersetzungsgerecht geschrieben. Ein deutscher Satz wurde beispielsweise durch Auflistungspunkte getrennt (die Absatzmarken sind ein wesentliches Segmentierungskriterium für die Übersetzungsprogramme). Im Gegensatz zu vielen Sprachen steht im Deutschen das Verb oft am Ende des Satzes. Dem Verb wird dann entweder nichts oder ein komplett anderer Ausdruck zugewiesen.
Weitere Ursache für Alignment-Fehler: Der Text ist falsch segmentiert. Die wichtigsten Abkürzungen sind in einer Standardkonfiguration hinterlegt. Damit wissen die gängigsten Alignment-Tools, dass “usw.” eine Abkürzung ist und dass nach dem Punkt + Leerzeichen der Satz weitergeht. Schwieriger ist es dann, wenn die Abkürzung tatsächlich am Satzende steht oder wenn weniger gebräuchliche Abkürzungen in einem Dokument vorkommen. Der betroffene Satz wird fälschlicherweise getrennt und die Zuordnung zur anderen Sprache verschiebt sich. Alignment- bzw. Zuordnungsfehler tauchen auch auf, wenn die Formatierung von Original- und Zieldokument sich unterscheidet. Eine Überschrift wird in einem Dokument als Überschriftsebene_2 formatiert, im anderen Dokument ist sie nur fett geschrieben.
Sprachliche Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Der Übersetzer möchte den Stil des Originaltextes optimieren und macht aus einem langen deutschen Satz zwei kürzere englische Sätze. Bei anderen Texten nimmt sich der Übersetzer mehr Freiheit und lässt sogar komplette Sätze aus. Auch können infolge unterschiedlicher Versionen des Dokumentinhaltes komplette Absätze fehlen und dadurch das Alignment durcheinanderbringen.
Bevor Lektoren das Alignment überarbeiten, lohnt es sich, vorerst ein Grobalignment zu erstellen. Damit kann man erkennen, auf welche Faktoren falsche Zuordnungen zurückzuführen sind. Manchmal genügen neue Einstellungen am Programm wie beispielsweise das Hinzufügen von Abkürzungen in die Abkürzungsliste, die Änderung von Formaterkennungsoptionen oder der Import einer zweisprachigen Wortliste zur Optimierung der Zuordnung der Sätze in beiden Sprachen. Auch kann eine Nachformatierung der Referenzdokumente (z. B. mit Formatvorlagen für Überschriften) die automatischen Alignment-Ergebnisse wesentlich verbessern.
Wenn das Alignment eher als Terminologiequelle dienen soll, lässt sich der Aufwand mit einer absatzweisen Segmentierung der Texte reduzieren. Größere Segmente reduzieren das Fehlerpotenzial.
Sollte das Alignment-Ergebnis schließlich vorliegen, ist die Reise noch nicht zu Ende. Es kommt in der Praxis durchaus vor, dass die sprachliche Qualität des Alignments zu wünschen übrig lässt. Der Übersetzer soll sich laut Anweisung an die Terminologie des Referenzmaterials halten. Aber was ist, wenn für ein Wort mehrere mögliche Übersetzungen zur Verfügung stehen, wie am Praxisbeispiel “spacer = Abstandshalter / Abstandhalter / Distanzstück” ersichtlich? Ebenfalls kann es vorkommen, dass die Referenzübersetzung nicht professionell geprüft wurde und sich Zahlenfehler bzw. inhaltliche Fehler eingeschlichen haben. Dann hätte man mit viel Aufwand das Ganze verschlimmbessert.
Es empfiehlt sich also, erst nach einer Qualitätsprüfung das Alignment-Ergebnis freizugeben. Dabei hilft eine spezialisierte Qualitätssicherungssoftware wie ErrorSpy (auch online zugänglich). Eine weitere Sicherheitsmaßnahme besteht darin, die Ergebnisse aus einem Alignment-Prozess mit einem Attribut und entsprechenden Abzugspunkten in der Übersetzungsdatenbank zu versehen. Somit wäre ein Treffer mit einem Segment aus dem Alignment-Prozess für das Übersetzungssystem nicht mehr eine identische Übersetzung, sondern beispielsweise eine zu 95 Prozent ähnliche Übersetzung, die der Übersetzer nochmals ganz genau unter die Lupe nehmen soll, bevor er sie einsetzt.
Lohnt sich der Aufwand überhaupt? Das Alignment verursacht je nach technischer und sprachlicher Qualität des Materials Kosten, die zwischen 25 und 50 Prozent der Kosten einer Neuübersetzung liegen. Wenn entsprechend viel im Referenzmaterial enthalten ist, kann sich das Alignment im Vergleich zu einer Neuübersetzung oder zur manuellen Übernahme einzelner Passagen aus Altdokumenten lohnen. Umso interessanter ist es, wenn es sich dabei um Inhalte handelt, die in der Zukunft öfters wiederverwendet werden.
[Text: D.O.G. GmbH. Quelle: D.O.G. news 4/2011; Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von Dr. François Massion. Bild: D.O.G.]
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Linguee veröffentlicht neue Website
5.9.2011 von Jessica Antosik.
Im April 2009 brachten die Kölner Betreiber mit Linguee.de eine Neuerung in die Landschaft der Online-Wörterbücher: Statt nur einzelne Vokabeln nachzuschlagen können die Nutzer eine Vielzahl von übersetzten Texten durchsuchen. Auch für zusammengesetzte Begriffe findet sich eine Auswahl treffender Übersetzungen im Satzzusammenhang. Dr. Gereon Frahling und Leonard Fink, die Gründer des Online-Dientes Linguee, durchsuchen vorrangig professionell übersetzte Webseiten von Firmen, Organisationen und Universitäten sowie EU-Dokumente und Patentschriften, die in zwei Sprachen vorliegen. So macht Linguee das Web zum Wörterbuch. Verfügbar sind die Sprachpaare Deutsch-Englisch, Englisch-Spanisch, Englisch-Französisch und Englisch-Portugiesisch. Folgen soll zudem Chinesisch, Japanisch, Russisch und Arabisch.
Am kommenden Dienstag (06.09.2011) veröffentlicht die Online-Übersetzungshilfe Linguee eine komplett überarbeitete Version ihrer Website. Diese soll die Vorteile des innovativen Online-Wöterbuchs Linguee gegenüber herkömmlichen Wörterbüchern zusätzlich verstärken.
Zu den wichtigsten Veränderungen der kostenlosen Suchmaschine zählt eine deutliche optische Trennung von redaktionell erstellten Wörterbüchern sowie den aus dem zweisprachigen Web extrahierten Übersetzungsbeispielen. Die Suche nach einem Wort oder einer Wortgruppe liefert dazu in der linken Spalte redaktionell gepflegte Übersetzungen. Gehen Nutzer mit ihrer Maus über eines der Resultate, erscheinen in der rechten Spalte dazu passende Übersetzungsbeispiele.
Eine weitere Zusatzfunktion ist die Flexionsanalyse, die Stammformen für deklinierte und konjugierte Wörter findet. Dadurch führt die Eingabe von “er gibt zu” auch zur Ausgabe von Begriffen wie “zugeben”. Des Weiteren werden zusammengesetzte Substantive in einzelne Wörter zerlegt. Wer also beispielsweise nach “Bauarbeiter” sucht, kann sich in diesem Kontext auch Übersetzungen für “Bau” und “Arbeiter” anzeigen lassen.
Da weitere Onlinetexte und PDF-Dateien einbezogen wurden, werden nun nach Angaben von Frahling mehr als die bislang über 200 Millionen berücksichtigten Satzbeispiele durchsucht. Bei einer Suchanfrage wird demzufolge in rund 75.000 Büchern gleichzeitig recherchiert.
Über 1,5 Millionen Anfragen beantwortet Linguee täglich. Zwar will der Geschäftsführer Gereon Frahling keine konkreten Besucherzahlen preisgeben, verrät jedoch, dass sich die Zugriffe und auch die Werbeeinnahmen ungefähr alle sechs Monate verdoppeln.
Finanziell unterstützt wird Linguee durch den Altinvestor Brains2Ventures. Dabei handelt es sich um eine Finanzierung “im mittleren sechsstelligen Bereich”. Derzeit investiert Linguee viel in die Weiterentwicklung des Dienstes. Um den Cashflow zu erhöhen, soll zum Jahreswechsel neben der Gratis-Variante ein kostenpflichtiger “Mehrwertdienst” eingeführt werden. Dieser richtet sich speziell an professionelle Übersetzer und charakterisiert sich durch fehlende Werbung sowie eine in Windows integrierte Linguee-Kontextsuche. In den kommenden Jahren soll Linguee zur weltweiten Nummer eins im Wörterbuch-Markt avancieren, so Linguee-Gründer Gereon Frahling.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: netzwertig.com, 02.09.2011. Bild: Linguee.]
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Wechsel des Translation-Memory-Systems: Was hat das für Folgen?
4.8.2011 von Richard Schneider.
Seit etwa sieben Jahren ist die Welt der Übersetzungstechnologien im Umbruch. Neue Produkte wie across oder MemoQ kamen 2004 bzw. 2005 auf den Markt, während etablierte Technologien neue Versionen präsentierten. Das vorerst letzte Kapitel dieser Entwicklung kündigte im Jahr 2009 SDL mit der lang ersehnten neuen Version Trados Studio an. Aufgrund ihrer neuen Architektur und Bearbeitungsformate kommt sie einem neuen Produkt gleich. Vor diesem Hintergrund sehen sich viele Firmen und Dienstleister mit einem möglichen und nicht immer freiwilligen Wechsel des Translation-Memory-Systems (TMS) konfrontiert. Bevor sie die endgültige Entscheidung für ein Programm treffen, sollten sie sich mit der Datenmigration beschäftigen, denn es ist keine triviale Aufgabe.
Was ist dabei zu bedenken? Zuerst geht es um die Übernahme vorhandener Translation Memories in ein neues Programm. Translation Memories stellen ein Vermögen dar. Es sind die über Jahre angesammelten übersetzten Segmente und Sätze. Diese Segmente enthalten oft Formatierungsinformationen, die der Importfilter eines TMS generiert. Es kann sich beispielsweise um einen Tag für eine gewisse Schriftart in InDesign handeln. Zusätzlich enthalten Segmente Attribute, die in jedem System unterschiedlich definiert sind. So kann ein Segment Attribute wie ein Wiederverwendungszähler, ein Änderungsdatum oder eine Projektnummer erhalten. Manche Attribute sind systemspezifisch, andere lassen sich individuell definieren. Bei einigen Übersetzungssystemen spielt außerdem das Translation - Memory - Konzept für die Migration eine Rolle. Zum einen haben wir segmentbasierte Translation Memories (Segmente bzw. Sätze werden in zwei Sprachen paarweise in einer Datenbank gespeichert) und zum anderen haben wir referenztextbasierte Translation Memories. Das Konzept der segmentbasierten TMs wurde außerdem in den letzten 2-3 Jahren erweitert, sodass manche neuere Systeme auch eine Art Mini-Kontext speichern.
Die neue Version von Trados, Trados Studio, erfasst z. B. zusätzlich zum eigentlichen Segment auch das vorhergehende Segment im Dokument als Mini-Kontext. Die Frage ist also, ob man all die Informationen innerhalb des Segments und über das Segment ohne Reibungsverluste von einem System in das nächste übernehmen kann. Die Migration gewährleistet leider keine 100%ige Kompatibilität und zieht je nach Migrationsrichtung auch mehr oder weniger große Informationsverluste bei den Metadaten nach sich. So werden die Informationen über InDesign-Formate zwischen zwei TradosVersionen (z. B. von Trados 2007 auf Trados Studio 2009) gut übertragen, während sie zwischen zwei konkurrierenden Systemen wie Trados und across verloren gehen, weil die Importfilter unterschiedlich arbeiten. Konkret bedeutet dieser Informationsverlust, dass das neue System vorhandene Übersetzungen nicht mehr zu 100% wiederverwenden kann. Wenn z. B. bei einem Translation Memory von ca. 40.000 Segmenten 5% der vorhandenen Übersetzungen in 20 Sprachen nicht mehr ganz, sondern nur als Fuzzy Match wiederverwendet werden, entspricht dies einem Wertverlust in der Größenordnung von 10.000 - 15.000 Euro. Weitere Migrationsprobleme können bei der Zeichencodierung oder bei unterschiedlichen Segmentdefinitionen auftreten.
Die Abspeicherung von TMs im Standardformat TMX garantiert ein Mindestmaß an Kompatibilität. Darüber hinaus können Transformationen einen Teil des Datenverlusts ausgleichen. So lassen sich nachträglich Attribute setzen (z. B. ein Bearbeitungsstatus, eine Zuverlässigkeitsquote), wobei dies mit Hilfe von Skripten, Makros, XSL oder Editoren wie Olifant erfolgen kann.
Auch übersetzte Projekte möchte man u. U. migrieren. Hierfür gibt es das Standardformat XLIFF, wobei ähnliche Restriktionen wie beim Austausch von Translation Memories gelten. Zusätzlich zu den Memories und Projekten sind bei manchen Applikationen weitere Dateien zu migrieren, die für die Konfiguration des Systems wichtig sind. Das ist beispielsweise für die INI-Dateien von Trados der Fall.
Neben Projekten sind eventuell auch Terminologien zu migrieren. Auch hier sind die Datenmodelle zwischen den einzelnen Anbietern teilweise stark unterschiedlich. Manche Systeme bieten nur eine begrenzte Zahl von Terminologiefeldern, während andere eine relativ große Flexibilität in Bezug auf das Datenmodell haben. Auch wenn Terminologie über Formate wie CSV oder TBX zur Verfügung steht, muss man trotzdem die Lücken im Datenmodell überbrücken. Zu guter Letzt gehören Einarbeitung und Schulungen zu den oft übersehenen Migrationskosten.
Neben Fragen der Datenkonvertierung bringt eine Migration weitere Herausforderungen mit sich wie den Austausch von Daten und Projekten mit externen Benutzern, die künftige Pflege und die Interaktion mit anderen Programmen und Datenbanken. Die Unterstützung von offenen Standards bringt in diesem Zusammenhang Vorteile.
Es empfiehlt sich also, vor der Entscheidung über ein neues System anhand von Testdateien den Aufwand und den Informationsverlust bei den in Frage kommenden TMS zu testen.
[Text: D.O.G. Dokumentation ohne Grenzen GmbH. Quelle: D.O.G. news 2/2011. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von Dr. François Massion.]
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Neu: Bedeutungswörterbuch semanticus.info
20.7.2011 von Richard Schneider.

Die DerKeiler GmbH hat heute das Internetprojekt semanticus.info der Öffentlichkeit präsentiert. Anders als bestehende Wörterbücher und Enzyklopädien bietet die kostenlose Seite nicht nur Definitionen und Übersetzungen zu englischen Begriffen, sondern sie zeigt den Zusammenhang, in dem Begriffe zueinander stehen.
“Die Idee zu der Entwicklung von semanticus kam mir, als ich auf der Suche nach der Übersetzung eines Wortes aus dem Bereich Finanzen ins Englische war. Zwar fand ich in den bekannten Wörterbüchern zahlreiche Übersetzungen, doch es war nicht zu erkennen, welche Übersetzung in dem Zusammenhang genutzt wird, den ich suchte.” erklärt Ulrich Keil, der Geschäftsführer.
Genau an dieser Stelle setzt http://semanticus.info an, und versucht hierbei nicht, in Konkurrenz zu etablierten Übersetzungsseiten zu gehen, sondern diese zu ergänzen. Es werden mehr als 5 Millionen Begriffe nicht nur kurz und knapp erklärt, sondern auch sämtliche Beziehungen, in denen der gesuchte Begriff steht, anschaulich dargestellt.
Sucht man beispielsweise nach dem Wort “Bacon”, werden zunächst alle möglichen Bedeutungen des Wortes erklärt. So erfährt man, dass es neben dem Speck auch einen Mönch, einen Philosophen und einen Asteroiden namens “Bacon” gibt.
Sieht man sich die Details zu “Bacon” als Speck an, so findet man hierzu eine Erklärung in Deutsch und Englisch. Darüber hinaus wird gezeigt, dass Speck ein Teil eines Schweines ist, und u.a. zu der Kategorie “Fleisch” gehört. Des weiteren werden Unterkategorien des Begriffs dargestellt, die z.B. zeigen, dass Speck in der kanadischen Küche vorkommt oder dass es den “International Bacon Day” gibt.
In kurzer Zeit erfährt man so alle Zusammenhänge zu dem gesuchten Begriff, wird aber auch zum ausgiebigen Schmökern eingeladen, da semanticus.info auf zahlreiche Hintergrundinformationen zu Worten, Personen, Orten, Unternehmen, etc. verweist.
Eine Besonderheit des Projektes ist die Anwendungslogik, welche hinter der Seite steht. Anders als bei quasi allen Web 2.0 Seiten wurde mit Common Lisp eine mehr als 60 Jahre alte Programmiersprache aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz gewählt, die die Komplexität hinter der Seite handhabbar macht.
Über derkeiler GmbH
Das Unternehmen entwickelt und betreibt seit 2001 Internetprojekte für die Allgemeinheit. Das bekannteste Projekt ist www.derkeiler.com , eines der ältesten und umfangreichsten Usenet-Archive mit über 75 Millionen archivierten Beiträgen und mehreren Millionen Besuchern pro Monat. Außerdem erstellt das Unternehmen Wissensdatenbanken aus frei verfügbaren Quellen.
[Text: Annika Keil. Quelle: Pressemitteilung derkeiler GmbH, 18.07.2011. Bild: semanticus.info.]
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dict.cc: Kostenfreie Werbung gegen Mitarbeit
5.4.2011 von Johanna Bietau.

Das vor allem für Deutsch-Englisch bekannte Onlinewörterbuch dict.cc erlaubt es allen Nutzern, nach dem Wikipedia-Prinzip eigene Übersetzungen hinzuzufügen. Die Qualität wird durch ein Peer-Review-Verfahren sichergestellt, an dem sich wiederum alle Nutzer beteiligen können. Außerdem können auch Beugungen, Sprachaufnahmen und Antworten im Forum beigesteuert werden.
Neu ist, dass die zehn aktivsten Beitragenden der letzten sieben Tage jetzt direkt auf der Startseite, bzw. den jeweiligen Sprachstartseiten präsentiert werden. Über die Menüzeile ist allerdings auch die Allzeit-Auswertung auswählbar. Zur gewohnten Liste der Sprachen gelangt man über den dritten Menüpunkt.
Die Benutzernamen sind mit den jeweiligen Profilseiten verbunden, auf denen man mehr über sich erzählen und auch Werbung für seine Produkte oder Dienstleistungen machen kann. Zusätzlich können diese Mitglieder einen externen Link wählen, der unterhalb ihres Namens präsentiert wird, wenn zuvor ihre Übersetzungen von vielen anderen Usern für gut befunden worden sind. Beispielsweise bei Deutsch-Französisch unter http://defr.dict.cc finden sich rechts oben einige Beispiele dazu. Weitere Informationen lassen sich auf der Startseite über den Link “Was ist das?” unterhalb der Rankingtabelle aufrufen.
Die Funktion stellt eine Möglichkeit für freie Übersetzer, Agenturen oder andere Sprachdienstleister dar, sich kostenfrei zu präsentieren und für ihre Dienstleistungen zu werben. Gerade die neu hinzugefügten Sprachen benötigen noch weitere Teilnehmer, um die vorhandenen Grundwortschätze zu erweitern. Dort ist mit sehr wenig Aufwand bereits eine Platzierung möglich, die sich durch das gute Google-Ranking von dict.cc und hohe Benutzerzahlen schnell bezahlt macht.
[Text: Johanna Bietau. Quelle: Presseaussendung dict.cc, Paul Hemetsberger. Bild: dict.cc]
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Terminologieaustausch für die Praxis
18.9.2010 von Jessica Antosik.
Viele, die gelegentlich oder regelmäßig mit Terminologie arbeiten, möchten ihre Terminologielisten mit Kollegen oder Partnern austauschen. Wer das TBX-Standardaustauschformat für Terminologie nicht beherrscht, hat dabei oft Schwierigkeiten. Wir möchten hier einige Möglichkeiten des Terminologieaustauschs aufzeigen, die mit einfachen Bordmitteln wie Excel funktionieren.
Terminologiearbeit ist wie ein Staffellauf. Zwischen der Entstehung von Fachwörtern und deren Verwendung durch den Endverbraucher gibt es eine Reihe von Etappen und Läufern. Jeder ist von der Leistung des Vorläufers abhängig und davon, wie dieser ihm den Stab weiterreicht. Ohne dass es jedem bewusst wird, arbeiten am Terminologieprozess nicht selten sechs oder sieben Instanzen.
Dass alles besser läuft, wenn die Terminologie gleich am Anfang festgelegt und nicht am Ende in 25 Sprachen repariert wird, ist eine Binsenweisheit. Oft scheitert dies daran, dass man keinen Weg gefunden hat, die Terminologie im Laufe des Produktlebenszyklus zu sammeln, auszutauschen und in einer Gesamtdatenbank zu konsolidieren.
Ein Großteil der bisherigen Austauschprobleme hat mit den Informationen zu tun, die man in seiner Terminologie aufnehmen möchte bzw. sollte. Bei einfachen Wortlisten (z. B. Deutsch-Englisch) ist der Austausch unproblematisch. Schwieriger wird es, wenn die Informationen nicht mehr zweidimensional in einer festen Anzahl von Spalten sondern dreidimensional mit einer variablen Anzahl von Spalten festgehalten werden. Das passiert zum Beispiel, wenn man zu einem Wort Synonyme erfassen oder Wörter aufnehmen möchte, die man nicht verwenden darf.
Manche versuchen, sich mit zusätzlichen Spalten zu behelfen, wie “Synonym1″, “Synonym2″, “Negativwort” und stoßen aber sehr bald an Grenzen, denn die Anzahl der benötigten Spalten ist variabel. Nehmen wir als Beispiel folgende Synonyme aus dem technischen Bereich: Berührungsbildschirm; Touchbildschirm; Touch-Screen; Touch Screen; Touchscreen. Wollte man sich auf “Berührungsbildschirm” festlegen, ist es eine Herausforderung, alle diese Informationen in einer einzigen Excel-Zeile unterzubringen. Dies ist jedoch notwendig, wenn man ein Kommunikationschaos und überflüssige Übersetzungen in möglicherweise 25 Sprachen vermeiden will.
Es führt letztendlich kein Weg daran vorbei, für jedes Wort eine Zeile in Excel zu erstellen und die Einträge über eine ID-Nummer zu verknüpfen. Dies entspricht im Grunde dem Prinzip begriffsorientierter Terminologien. Unter einer Begriff-Nummer sind alle Sprachen und Wortvarianten zusammengefasst, die sich auf diesen Begriff (= Bedeutung) beziehen. Sie werden trotzdem wie selbstständige Einheiten behandelt. Weitere Spalten wie Definition, Status usw. lassen sich problemlos hinzufügen. Mit den Sortierungs- und Filterungsmöglichkeiten von Excel (siehe “Wussten Sie das?”) kann man sich die benötigten Einträge anzeigen lassen (z. B. alle verbotenen Benennungen, um sie in der Dokumentation auszutauschen).
Wie könnte das Ergebnis im Falle unseres “Berührungsbildschirms” aussehen (s. Abb. 1)?

Einen Sonderfall muss man bedenken, nämlich die Homonyme. Es sind Wörter, die eine gleiche Schreibweise haben, aber eine unterschiedliche Bedeutung. Sie bilden voneinander getrennte Begriffe und müssen daher eine unterschiedliche Begriff-Nummer erhalten. Beispiel “Haftung” i. S. v. Haftung einer Oberfläche und “Haftung” im rechtlichen Sinne.
Die Durchnummerierung der Begriffe kann mit dem Befehl “Reihe ausfüllen” von Excel erfolgen. Für die Erkennung von Homonymen hilft auch ein kleiner Trick mit dem Autofilter von Excel. Da dies wie auch die folgenden Formelbeispiele den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, können Interessierte eine detailliertere Anleitung erhalten unter: info@dog-gmbh.de.
Je nach Situation möchte man aber eine Liste wie die obige in einer vereinfachten Form weitergeben. Das geht mit einem kleinen Verlust an Informationen, könnte aber in etwa wie in Abb. 2 aussehen.

Hier sind die wichtigsten Informationen in einer festen Anzahl von Spalten und in einer einzelnen Zeile erhalten. Die Begriff-Nummer kann für weitere Konvertierungen verwendet werden. Aber die dritte Dimension ist ohne weitere Bearbeitung der Tabelle nicht mehr vorhanden. So ist “Touchscreen” zwar über eine Suchfunktion zu finden, ist aber kein selbstständiger Eintrag mehr.
Eine solche Tabelle kann man mit Hilfe von Excel-Funktionen aus unserer dreidimensionalen Liste (eine Benennung ist eine Zeile) erstellen. Zuerst wird mit der WENN-Funktion festgestellt, ob es mehrere Benennungen für einen Begriff gibt. Falls ja, werden diese Benennungen mit Hilfe der VERKETTEN-Funktion aneinander geschrieben. Dann wird mit dem Spezialfilter von Excel nur die längere Variante behalten. Eine ausführlichere Beschreibung erhalten Sie auf Wunsch per E-Mail.
Wir haben hier einen Weg beschrieben, mit dem man ohne Zusatzprogramme Terminologielisten anreichern und in Excel begriffsorientiert darstellen kann. Wir haben damit ein Instrument zur Steuerung der Terminologie in Dokumentationen und Übersetzungen, etwa indem man bestimmte Wörter verbietet. Das erhöht die Dokumentationsqualität und senkt die Kosten. Am Ende muss man die verschiedenen Excel-Listen in einer begriffsorientierten Terminologiedatenbank konsolidieren und verwalten. Aus diesem Reservoir lassen sich dann aufgabenbezogen (im Autorenbereich, für die Qualitätskontrolle, für den Übersetzungsprozess usw.) Mitarbeiter oder Softwareprogramme mit den erforderlichen Daten versorgen. Die von D.O.G. entwickelte webbasierte Terminologieplattform LookUp bietet für diese Aufgabe eine ideale und preiswerte Basis.
[Text: D.O.G. GmbH. Quelle: D.O.G. news 3/2010, mit freundlicher Genehmigung von Dr. François Massion.]
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Wordfast Anywhere: Online-Übersetzungsprogramm für Jedermann
3.8.2010 von Jessica Antosik.
Es ist wie bei den Autos, die alle Mobilität garantieren. Heute verfügen nahezu alle interaktiven Übersetzungsprogramme über ein breites Spektrum an Funktionen, die für die tägliche Praxis eines Fachübersetzers völlig ausreichen. Man kann damit die übersetzten Sätze in Translation Memories speichern, Terminologie nachschlagen, neue Dokumente analysieren oder Altübersetzungen durch Alignment in ein Memory übernehmen. Unterschiede zwischen den Übersetzungssystemen gibt es bei Spezialfunktionen wie die Wiederverwendung von Wortgruppen oder bei der Integration in andere Applikationen. Diese Unterschiede machen preislich viel aus. Aber muss es immer Kaviar sein?
Das Programm Wordfast gehört zu den Klassikern der Übersetzungsbranche und zählt seit dem Jahr 1999 eine treue Gefolgschaft von ca. 13.000 Übersetzern. Dem Erfinder von Wordfast, Herrn Yves Champollion, und seinem Team ist vor einigen Monaten ein genialer Schachzug gelungen, der die Karten in der Toollandschaft für Übersetzer neu mischt. Das altvertraute Wordfast ist nun als kostenlose webbasierte Version erhältlich. Es verfügt über einen vollen Funktionsumfang (und sogar mehr), kann von jedem beliebigen Rechner über das Internet erreicht werden und bietet private wie auch öffentliche Translation Memories. Damit kann jeder, der professionell übersetzen möchte, vom Urlaubsort, von zu Hause oder in einem Internet-Cafe an seinem Projekt arbeiten. Alles, was er für seine Arbeit benötigt, ist online verfügbar. Die zu übersetzenden Dokumente sind in einem passwortgeschützten Privatbereich eines Webservers gespeichert.
Dies entspricht voll dem Trend, Programme und Daten ins Internet zu verlagern und webbasierte Netzwerke oder Plattformen aufzubauen. Dieser Trend verbirgt sich hinter Stichwörtern wie Web 2.0-Technologien oder Cloud Computing. Sicherheit vorausgesetzt bringt dieser Ansatz natürlich viele Vorteile: Die Software ist immer auf dem neuesten Stand und verfügbar. Man kann von vielen Standorten arbeiten und virtuelle Arbeitsgemeinschaften sind leichter zu organisieren.
Was leistet Wordfast Anywhere eigentlich? Das Programm erreicht man über den Link: www.wordfast.net. Wordfast Anywhere unterstützt verschiedene Formate: Textdateien, xml-basierte zweisprachige Dateien (TMXL), Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien, Frame-Maker- (MIF), InDesign- (INX) und PDF-Dateien. Texte kann man laden oder über die Zwischenablage einfügen. Einmal geladen, lassen sich diese Dateien zuerst analysieren. Die Statistik entspricht dem von allen gängigen Übersetzungsprogrammen gelieferten Format, mit Wiederholungen, Fuzzy-Matches und neuen Texten. Damit lassen sich sowohl Arbeitsaufwand als auch Übersetzungskosten ermitteln.
Das Translation Memory kann man entweder privat (”confidential”) oder öffentlich (”public”) nutzen. Aus Datenschutzgründen empfiehlt es sich natürlich, für kommerzielle Aufträge ein privates Translation Memory anzulegen. Ein solches Memory kann man allerdings mit namentlich bekannten Teilnehmern teilen, was für die Arbeit an Projekten sehr nützlich sein kann. Ähnliches gilt auch für Wörterbücher. Aus dem öffentlichen Translation Memory können Übersetzungsvorschläge kommen. Diese kann man mit einem Punktabzug versehen, damit der Übersetzer sie als Fuzzy-Match vor der Übernahme in den Text genauer prüft. Das öffentliche Memory ist auch als Nachschlagewerk über eine Konkordanzfunktion jederzeit abfragbar. Auch Wörterbücher kann man öffentlich oder privat nutzen. Sie sind benennungsorientiert und haben ein einfaches Format: Ausgangswort und Übersetzung. Für den aktiv zu übersetzenden Satz erscheinen die Vorschläge aus dem Wörterbuch im rechten oberen Teil des Übersetzungsfensters.
Das Übersetzungsfenster wird den meisten Wordfast- oder Trados-Übersetzern aus den ersten Stunden vertraut vorkommen. Nach Öffnung des Segments schreibt der Übersetzer seine Übersetzung in ein Feld unterhalb des Ausgangssatzes.
Und wenn Translation Memories keinen Vorschlag für den zu übersetzenden Satz haben? Dann kommt bei entsprechender Aktivierung ein Vorschlag des maschinellen Übersetzungsprogramms Google translate.
Nach Abschluss der Arbeit kann man den übersetzten Text exportieren. Alternativ lässt sich auch der Inhalt des Übersetzungsfensters in die Zwischenablage kopieren und als ungecleante Datei in ein Word-Dokument einfügen. Das Translation Memory ist in ein bilinguales Format TXML exportierbar. Mit wenigen Änderungsschritten kann man dieses Memory in den meisten anderen Übersetzungsprogrammen übernehmen.
Somit bietet Wordfast Anywhere zum Nulltarif ein Rundum-Paket, mit dem nicht nur gelegentliche, sondern auch berufstätige Übersetzer arbeiten können. Das Programm ist bereits sehr stabil und wird weiterentwickelt. Es ist eine ernst zu nehmende kostenlose Alternative zu den bekannten kommerziellen Programmen.
[Text: D.O.G. GmbH. Quelle: D.O.G. news 3/2010, mit freundlicher Genehmigung von Dr. François Massion.]
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