Sie befinden sich in den Archiven der Kategorie Politik.
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Jan | ||||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | ||||
- Ausbildung (63)
- Bibel/Koran (11)
- Bücher (61)
- Büroorganisation (13)
- Deutsche Sprache (80)
- Dolmetschen (86)
- Einwanderer (19)
- EU (37)
- Fremdsprachen (41)
- Gebärdensprachdolmetscher (5)
- Gebärdensprache (8)
- Gerichtsdolmetscher (79)
- Geschichte (28)
- Honorare/Gehälter (13)
- Interview (3)
- Literaturübersetzer (99)
- Lokalisierung (11)
- Markt (26)
- Maschinelle Übersetzung (10)
- medizinisch-soziales Dolmetschen (7)
- Missstände (44)
- Nachrichten (60)
- Nachrufe (8)
- Politik (54)
- Porträt (46)
- Qualitätssicherung (9)
- Simultandolmetscher (28)
- Sprache allgemein (45)
- Terminologie (24)
- Übersetzen (28)
- Übersetzungsfehler (28)
- Unternehmen (120)
- Veranstaltungen (148)
- Verbände (119)
- Videos (7)
- Werkzeuge (126)
- Wissenschaft (23)
- Wörterbücher (50)
- Zeitschriften (63)
- 31.1.2012: TC3 - Neues sprachwissenschaftliches Magazin der Uni Mainz
- 30.1.2012: Terminologie: Die Sprache der anderen
- 29.1.2012: Videodokumentation: Daakaka - eine Sprache stirbt aus
- 28.1.2012: Hundenamen im Wandel der Zeiten: Benny und Sammy statt Bello und Hasso
- 27.1.2012: "Urkunden übersetzen" in Hamburg - Bereits großes Interesse an den 1. JurANT
- 26.1.2012: Podiumsdiskussion der Wirtschaftskammer Wien: Sprachdienstleister und ihre Auftraggeber
- 25.1.2012: Neu: "Fachliste Medizin 2012" mit 300 Dolmetschern und Übersetzern
- 24.1.2012: TMS, TBX, SRX, GMX, XLIFF: Standards und Übersetzungen
- 23.1.2012: AGCO setzt bei der Erschließung neuer Märkte auf Lösungen von SDL
- 22.1.2012: Across ist Mitglied des Deutschen Terminologie-Tag e.V.
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
Archiv der Kategorie Politik
Jemen: Dolmetscher des Präsidenten entführt - Opposition kritisiert dessen Doppelrolle
24.11.2011 von Richard Schneider.
In Zeiten des Umsturzes leben auch Dolmetscher gefährlich. Im Jemen hatten Kräfte des abtrünnigen Generals Ali Mohsen in der Nähe des Flughafens der Hauptstadt Sanaa mit Waffengewalt das Auto von Mohamed Sudam (Bild) angehalten und den Mann verschleppt. Sudam ist der persönliche Dolmetscher des seit 33 Jahren diktatorisch regierenden Präsidenten Ali Abdullah Salih.
Die Regierungspartei protestierte gegen die Entführung und wies darauf hin, dass Sudam ein Vertreter der internationalen Presse sei, weil er für eine amerikanische Nachrichtenagentur arbeite. Tatsächlich ist Sudam nicht nur Dolmetscher des Staatschefs, sondern seit Jahren auch freier Mitarbeiter von Reuters. Sein Name steht unter zahlreichen Reuters-Meldungen über die aktuelle Lage im Jemen, die von Medien auf der ganzen Welt übernommen werden.
Die jemenitische Opposition attackierte daraufhin sowohl den Dolmetscher in seiner vermeintlich zwielichtigen Doppelrolle als auch die Nachrichtenagentur. „Schande über Reuters“, schreiben Regimekritiker auf Facebook und Twitter. Und wie glücklich Sudam sich doch schätzen könne, zweimal bezahlt zu werden, „einmal von [Präsident] Salih für das Fälschen von Nachrichten und ein weiteres Mal von Reuters fürs Veröffentlichen“.
Die New Yorker Reuters-Zentrale war sich zunächst keiner Schuld bewusst. Von der Tätigkeit Sudams im Sprachendienst der Regierung habe man gewusst. Die Beiträge des Journalisten Sudam hätten stets die hohen Standards von Reuters erfüllt, weshalb man die Zusammenarbeit fortzusetzen gedenke. Erst als die Proteste der jemenitischen Opposition nicht abebben wollten, gab Reuters nach. Sudam werde künftig keine Berichte mehr über die Situation im Jemen schreiben – wohl aber über andere Länder der Region.
Sudam wurde von den Entführern nach einigen Tagen in Gefangenschaft auf Druck der Regierung und der jemenitischen Journalistengewerkschaft wieder freigelassen. Die Oppositionellen hatten offenbar gehofft, von ihm interne Informationen über das Regime in Sanaa zu gewinnen und ihn gegen inhaftierte Rebellen auszutauschen. Ob der Freilassung ein Kuhhandel zwischen Regierung und Opposition vorausgegangen ist, ist nicht bekannt.

Mohamed Sudam als Dolmetscher bei einer Begegnung zwischen der amerikanischen Außenministerin Condoleezza Rice und dem jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Salih im Jahr 2007 in Washington. Neben Rice dolmetscht offenbar gerade der amerikanische Dolmetscher. Die USA unterstützen den Jemen seit vielen Jahren mit großzügigen Finanzhilfen.
Ähnliche Themen im Übersetzerportal
2003-09-16: „Ich habe Angst.“ Saddams Dolmetscher Sadun Al-Zubaydi blickt in eine ungewisse Zukunft
[Text: Richard Schneider. Quelle: Süddeutsche Zeitung, 2011-11-19. Bild: Quelle nicht ermittelbar.]
Geschrieben in Dolmetschen, Politik | Drucken | Keine Kommentare »
Dolmetscher überträgt Rainer Brüderles Reden ins Hochdeutsche
10.10.2011 von Jessica Antosik.
Den Abgeordneten wurde es zu bunt. Ein Dolmetscher überträgt nun die Reden und Aussagen von Rainer Brüderle, dem Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion, simultan ins Hochdeutsche. Auf diese Weise soll der in Landau in der Pfalz aufgewachsene 66-Jährige seine politischen Vorstellungen künftig auch Menschen, die nicht des Pfälzischen mächtig sind, näherbringen.
“Es war einfach nicht mehr auszuhalten”, berichtete Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) dem Postillon. “Der arme Mann versuchte uns seine Politik zu erklären, aber es gelang ihm einfach nicht.” Selbst der Versuch auf die Lippenbewegungen des Politikers zu schauen sei vergeblich gewesen, weil Brüderle “eher durch die Nase kommuniziert”, so der Postillon. Deshalb haben nach Angaben von Lammert die Abgeordneten aller Fraktionen zusammengelegt und einen Simultandolmetscher für die restliche Legislaturperiode engagiert. Laut dem Postillon äußerte sich Rainer Brüderle zu der Maßnahme wie folgt: “So schlümm issisnich. Abe wennd Bundsrio und Bundsdach meinswer nötch, dinn wichichnichim Wech schdehn.”
Brüderles Dolmetscher zufolge sieht Brüderle selbst seine Aussprache als verständlich an. Wenn allerdings die Bundesregierung und der Bundestag der Meinung seien, ein Dolmetscher sei notwendig, dann wolle er nicht im Wege stehen.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: satirische Website der-postillon.com, 05.10.2011. Bild: wikipedia.de.]
Geschrieben in Simultandolmetscher, Politik | Drucken | Keine Kommentare »
Baden-Württemberg will Deutsch-Test für Polizeidienst vereinfachen
20.8.2011 von Jessica Antosik.
Die Polizei in Baden-Württemberg möchte mehr Migranten beschäftigen – dies sei ein Gewinn für alle. Im kommenden Jahr will Baden-Württemberg insgesamt 1.200 neue Polizisten einstellen. Doch wer zur Polizei möchte, muss einen Deutsch-Test bestehen. Um Einwanderern den Eintritt in den Polizeidienst zu erleichtern, erwägt das baden-württembergische Innenministerium die Prüfungsbedingungen zu ändern bzw. eine deutliche Vereinfachung der Einstellungstests. Ministeriumssprecher Andreas Schanz erklärte dem Nachrichtenmagazin FOCUS, der Test stelle für zahlreiche Bewerber eine große Hürde dar. Aus diesem Grund sollen Bewerber mit einem Sprachkurs besser auf die Prüfung vorbereitet werden. Des Weiteren plane die Behörde von SPD-Minister Reinhold Gall (Bild rechts), dass ein Nicht-Bestehen dieser Prüfung, die sich aus einem Diktat und einem Sprachverständnistest zusammensetzt, “nicht mehr automatisch zum Ausschluss des Bewerbers” führt. Derzeit werde diskutiert, ob Kenntnisse in zusätzlichen Sprachen als Bonus angesehen und somit Schwächen in der deutschen Sprache ausgeglichen werden könnten. Damit sollen die Migranten leichter den Sprung in den deutschen Polizeidienst schaffen.
Seit Anfang der 90er-Jahre haben in Baden-Württemberg etwa 160 Ausländer bei der Polizei angefangen, das heißt also Polizisten mit einer anderen als der deutschen Staatsbürgerschaft. Wie hoch der Anteil der Deutschen mit Migrationshintergrund ist, ist unklar. “Unsere Polizei soll als Bürgerpolizei wahrgenommen werden. Der Bevölkerungsquerschnitt sollte sich dort also auch in etwa wiederspiegeln”, so Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall.
Gall geht davon aus, dass ein höherer Ausländeranteil bei der Polizei auch mehr Kontakt zu Migranten zur Folge habe. Migranten könnten auf diese Weise besser in die Gesellschaft integriert werden. Zudem könnten die häufigen sprachlichen und kulturellen Verständigungsprobleme zwischen Polizei und Migranten besser bewältigt werden. Ausländische Polizisten könnten – sowohl mit ihren kulturellen, als auch mit ihren Sprachkenntnissen – zwischen ihnen und der Polizei als Vermittler agieren. Dies kann auch Peter Wengerek von der Stuttgarter Mordkommission bestätigen. Vor über 20 Jahren ist er aus Polen nach Deutschland gekommen. Mit seinen Polnischkenntnissen hat er schon einige Fälle gelöst, an denen Landsleute beteiligt waren. “Versteht man die Sprache, kann man viel besser auf die Menschen eingehen. So kann man persönlich mit ihnen sprechen und muss nicht über einen Dolmetscher gehen”, erklärt Wengerek.
Früher hatten nur Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft die Möglichkeit, in den Polizeidienst zu gehen und verbeamtet zu werden. Diese Regelung wurde allerdings geändert. Alle EU-Bürger können bei der Polizei beschäftigt werden.
Die Weiterentwicklung der interkulturellen Kompetenz der Polizei ist auch ein Schwerpunktthema bei weiteren Bundesländern wie beispielsweise Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Innenministeriums gab das Ziel aus, “die kulturelle Vielfalt in der Polizeiorganisation zu fördern.” Die Migrantenquote bei der Berliner Polizei liegt bei rund neun Prozent. Hier ist Zahl der Polizisten mit Migrationshintergrund relativ hoch. Die Polizei wirbt offensiv in den Schulen und versucht gezielt Migranten davon zu überzeugen, “dass es wichtig ist, sich in der Gesellschaft zu engagieren”, so der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bernhard Witthaut.
Da im Durchschnitt 30 Prozent aller Kandidaten durch die Sportprüfung fallen, gebe es derzeit beim Ministerium Überlegungen, auch hier die Anforderungen zu senken.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: focus.de, 12.08.2011; swr.de, 19.08.2011; tagesspiegel.de, 28.07.2011. Bild: Wikipedia.]
Geschrieben in Sprache allgemein, Politik | Drucken | Keine Kommentare »
Afghanistan: Dolmetscher bei Hubschrauberabsturz getötet
10.8.2011 von Jessica Antosik.
In Afghanistan starb am 6. August 2011 ein einheimischer Dolmetscher beim Absturz eines Transporthubschraubers in der zentralöstlichen Provinz Wardak. Neben ihm kamen 30 amerikanische und 7 afghanische Soldaten ums Leben. Für das US-Militär ist dies der schwerste Verlust seit Beginn des Afghanistankrieges im Jahr 2001.
Ein Sprecher der Provinzregierung erklärte, dass die radikal-islamischen Taliban den Transporthubschrauber vom Typ CH-47 Chinook abgeschossen hätten: “Er wurde von einer Rakete, die von Aufständischen abgefeuert wurde, getroffen und vollständig zerstört.”
Die Gewalt in Afghanistan hat zuletzt wieder deutlich zugenommen. Einschließlich der Opfer des Hubschrauber-Absturzes und erneuten Gefechten vom Wochenende kamen 2011 am Hindukusch bislang mindestens 383 ausländische Soldaten ums Leben. Die Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe (ISAF) will den Kampfeinsatz in Afghanistan bis Ende 2014 beenden und den afghanischen Sicherheitskräften die Kontrolle übergeben.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: welt.de, 08.08.2011; focus.de, 08.08.2011; stern.de, 08.08.2011. Bild: Wikipedia.]
Geschrieben in Dolmetschen, Missstände, Politik | Drucken | Keine Kommentare »
Funkstille auf den Kanarischen Inseln: Künftig keine fremdsprachigen UKW-Radiosender
5.7.2011 von Jessica Antosik.
Auf den Kanarischen Inseln müssen alle fremdsprachigen Radios abschalten. Einige haben dies bereits zum 30. Juni 2011 getan. Nach einer Neuvergabe der Radiofrequenzen auf den Urlaubsinseln müssen alle nicht spanischsprachigen Lokalstationen ihren Betrieb einstellen, weil diese keine Genehmigung von der kanarischen Regionalregierung bekommen haben.
“Das ist eine Fehlentscheidung. Gerade auf einer Urlaubsinsel wie Teneriffa muss es doch auch fremdsprachige Programme für Residenten und Urlauber geben”, erklärt Dietmar Hennig, Redaktionsleiter der Zeitung Kanaren Express. Er sieht darin sogar einen Eingriff in die Pressefreiheit. “Die Vielstimmigkeit der Medienlandschaft wird erheblich eingeschränkt.” Zudem dürfe nicht eine staatliche Behörde eine Entscheidung darüber treffen, welche Stationen eine Sendeerlaubnis erhalten. “Solche Entscheidungen sollten von staatlich unabhängigen Instanzen getroffen werden”, so Hennig.
Da es bislang kein richtiges Lizenzierungsverfahren auf den Kanarischen Inseln gab, hatten die Stationen auf Grundlage eines Duldungs- und Gewohnheitsrecht gesendet. Mit dem Lauf der Zeit hatten sich aus diesem Grund immer mehr Sender ausgebreitet, sodass sie sich letztlich gegenseitig in den Frequenzen dazwischenfunkten und sogar der Funkverkehr der Flugzeuge gestört worden sein soll. Die Regionalregierung wollte auf den Kanaren nun wieder Ordnung herstellen.
Bei der Neustrukturierung wurden 156 Frequenzen für die Kanaren ausgeschrieben, nach Kriterien wie Programmplanung, Ausrichtung, Sendevielfalt, Wirtschaftlichkeit, technische Aspekte und Arbeitsplätze. Auf welche Aspekte besonderen Wert gelegt wurde und warum die fremdsprachigen Programme nicht berücksichtigt wurden, bleibt fraglich. Die fremdsprachigen Sender hätten die Kriterien gar nicht erfüllen können, so die Ansicht einiger Kritiker.
Momentan steht kein offizieller Termin fest, an dem alle nicht lizenzierten Radiosender ihren Sendebetrieb einstellen müssen. Theoretisch besteht noch die Möglichkeit des Onlineradios.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: tagesspiegel.de, 17.06.2011; sueddeutsche.de, 30.06.2011. Bild: wikipedia.de.]
Geschrieben in Fremdsprachen, Politik | Drucken | Keine Kommentare »
EU-Patent: Ministerrat will Übersetzungskosten deutlich senken
2.7.2011 von Richard Schneider.
Zum Beschluss des EU-Ministerrats vom 27.06.2011 über eine so genannte „allgemeine Ausrichtung“ zu den Verordnungen über das EU-Patent erklärt der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Max Stadler:
Die Reform des europäischen Patentsystems nimmt endlich konkrete Formen an. Nach vielen Jahren kontroverser Verhandlungen haben sich die EU-Mitgliedsstaaten heute erstmals auf einen ausformulierten Gesetzestext einigen können.Dies ist ein starkes Signal an die europäische Wirtschaft insgesamt – Deutschland als innovativste Wirtschaftskraft wird vom neuen EU-Patent aber ganz besonders profitieren.
Das EU-Patent muss kostengünstig und damit für die Unternehmen attraktiv sein. Deshalb werden durch diese Vorschläge die Kosten für Übersetzungen substantiell gesenkt. Somit wird das EU-Patent kostengünstiger und im internationalen Vergleich wettbewerbsfähiger. Dies ist ein erheblicher Fortschritt für den Innovationsstandort Europa.
Nachdem das EU-Patent nun konkrete Formen annimmt, muss auch das damit eng verbundene Projekt des europäischen Patentgerichts schnell vorankommen. Ohne eine funktionierende Patentgerichtsbarkeit kann es kein funktionsfähiges Patentsystem auf EU-Ebene geben.
Zum Hintergrund
Der EU-Ministerrat hat am 27.06.2011 in Luxemburg eine so genannte „allgemeine Ausrichtung“ zu den Verordnungen über das EU-Patent und das zugehörige Übersetzungsregime beschlossen. Die neuen Regelungen sehen die Möglichkeit vor, für Patente, die das Europäische Patentamt in München erteilt, eine einheitliche Schutzwirkung für die 25 Teilnehmerstaaten zu beantragen. Damit soll das Recht des Patentinhabers, Patentverletzungen zu verbieten, in allen teilnehmenden EU-Mitgliedstaaten unter gleichen Voraussetzungen gelten. Die EU-Patente werden in den drei Verfahrenssprachen des Europäischen Patentamts erteilt (deutsch, englisch, französisch). Die derzeit erforderlichen kostenträchtigen Übersetzungen der Patentschriften in zahlreiche Amtssprachen entfallen weitgehend. Zugleich einigte sich der Rat über die Kriterien zur Festlegung der Höhe der Gebühren des EU-Patents und deren Verteilung auf die Mitgliedstaaten.
Am EU-Patent nehmen 25 EU-Mitgliedstaaten teil, die am 10. März 2011 eine „verstärkte Zusammenarbeit“ beschlossen haben; Italien und Spanien beteiligen sich aus sprachpolitischen Gründen nicht.
Zunächst muss das Europäische Parlament nun seine Stellungnahme zu dem Verordnungspaket abgeben. Außerdem wird im zweiten Halbjahr 2011 über die Schaffung einer einheitlichen europäischen Patentgerichtsbarkeit weiterberaten.
Deutschland ist das mit Abstand patentstärkste Land Europas. Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) ist mit nahezu 2.700 Mitarbeitern das größte nationale Patent- und Markenamt in Europa und weltweit das fünftgrößte nationale Patentamt. Beim DPMA wurden 2010 etwa 59.000 neue Patente angemeldet und 32.000 Patentverfahren abgeschlossen. Beim Europäischen Patentamt (EPA) wurden im Jahre 2009 ca. 134.500 Patente angemeldet, davon ca. 68.000 aus Europa. Der deutsche Anteil dieser Patente beträgt ca. 25.000; das sind fast dreimal so viele Patente, wie Frankreich als zweitstärkstes Land angemeldet hat (etwa 9000).
[Text: Bundesministerium der Justiz. Quelle: Pressemitteilung Bundesministerium der Justiz, 2011-06-27. Bild: Archiv.]
Geschrieben in EU, Politik | Drucken | Keine Kommentare »
Schubhaft-Seelsorger freuen sich über Wörterbücher und Dolmetscher
24.5.2011 von Jessica Antosik.
Nachdem die österreichische Zeitung “Salzburger Fenster” über die Schubhaft-Seelsorger des Salzburger Schubhaftgefängnisses und die durch die Sprachbarrieren verursachten Probleme berichtet hatte, spendeten Leser zahlreiche Wörterbücher in den verschiedensten Sprachen. “Dafür möchten wir uns herzlich bei den Spendern bedanken. So ein kleines Buch kann Wunder bewirken”, sagt die ehrenamtliche Helferin Anna Maria Baliarda. Mit den Büchern können sich die Häftlinge nämlich verständlich machen.
Vor kurzem habe nun eine inhaftierte Chinesin zum ersten Mal gesprochen. Sie fand in der Zelle das Chinesisch-Deutsch-Wörterbuch ihrer abgeschobenen Kollegin. “Diese kleine Frau hat gestrahlt, weil sie endlich etwas sagen konnte”, so die 74-jährige Baliarda.
Des Weiteren haben sich zehn SF-Leser als freiwillige Dolmetscher für die wöchentliche Seelsorge-Stunde gemeldet, in der im vergangenen Jahr mehr als 300 Menschen aus insgesamt 23 Ländern betreut wurden.
Bisher haben die ehrenamtlichen Helfer Papierkarten mit Symbolen wie beispielsweise “Duschen”, “Wäsche waschen” oder “Doktor” mitgebracht, damit die Häftlinge auf diese Weise zeigen konnten, was sie benötigen.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: salzburger-fenster.at, 09/23.05.2011. Bild: salzburger-fenster.at.]
Geschrieben in Wörterbücher, Politik | Drucken | Keine Kommentare »
Vereinfachung der elektronischen Rechnungsstellung ab 01.07.2011
13.5.2011 von Jessica Antosik.
Durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 (StVereinfG 2011) sollen die bisher hohen Anforderungen an die elektronische Übermittlung von Rechnungen reduziert werden und auf diese Weise die Bürokratiekosten der Wirtschaft in Milliardenhöhe abgebaut werden. Die Änderungen im Umsatzsteuergesetz (UStG) sollen ab dem 1. Juli 2011 gelten. Bislang liegt hierzu lediglich ein Gesetzentwurf der Bundesregierung vor. Der Bundestag und Bundesrat werden über die endgültige Ausgestaltung der gesetzlichen Regelungen entscheiden.
Aktuelle Rechtslage
Für Papier- und elektronisch übermittelte Rechnungen kann der Vorsteuerabzug bislang nur geltend gemacht werden, wenn die Echtheit der Herkunft der Rechnung, die Unversehrtheit ihres Inhalts und die Lesbarkeit der Rechnung durch die Verwendung einer qualifizierten elektronischen Signatur oder durch die Nutzung eines Verfahrens zum elektronischen Datenaustausch (sog. EDI-Verfahren) gewährleistet ist. Die bisherige Regelung des § 14 UStG sieht für Rechnungen, die auf elektronischem Weg (per E-Mail ggf. mit PDF- oder Textdateianhang, per Computer-Fax oder Fax-Server, per Web-Download oder im Wege des Datenträgeraustauschs (EDI)) übermittelt werden, hohe technische Anforderungen vor.
Aufgrund des hohen Dokumentations- und Prüfaufwandes stellen sich viele Unternehmen nicht auf die elektronische Fakturierung um bzw. akzeptieren keine elektronischen Rechnungen.
Geplante Neuregelungen
Ab dem 1. Juli 2011 sind Papierrechnungen und elektronische Rechnungen umsatzsteuerlich gleich zu behandeln. Laut Gesetzesentwurf soll jeder Steuerpflichtige dann selbst entscheiden können, wie er die Echtheit der Herkunft und die Unversehrtheit des Inhalts gewährleistet. Eine Signatur oder das EDI-Verfahren sind zur Übermittlung der elektronischen Rechnung nicht mehr vorgeschrieben, Unternehmer sollen jedoch weiterhin darauf zugreifen können. Sowohl innerbetriebliche Kontrollverfahren als auch die Nutzung der qualifizierten elektronischen Signatur und des EDI-Verfahren sind somit zulässig, um die Zuordnung der Rechnung zur empfangenen Leistung zu ermöglichen.
Auch DE-Mail oder E-Post können künftig für die elektronische Übermittlung einer Rechnung verwendet werden. Die Übermittlung einer Rechnung von Standard-Fax zu Standard-Fax oder von Computer-Telefax/Fax-Server an Standard-Telefax gilt in Zukunft als Papierrechnung.
Auch wenn ein wesentlicher Impuls in Richtung “Elektronik statt Papier” gegeben wird, werden sicherlich nicht alle Unternehmen sofort auf die elektronische Rechnungsstellung und -bearbeitung umstellen.
Nach § 14b Absatz 1 UStG ist das Unternehmen verpflichtet, alle Duplikate der Rechnungen, die es versandt hat und alle Rechnungen, die es selbst erhalten hat, zehn Jahre in lesbarem Zustand aufzubewahren. Die Zahl der manuell bearbeiteten und archivierten Rechnungen sinkt laut Ressort um voraussichtlich rund 10,5 Mrd. auf etwa 8,5 Mrd. Rechnungen. Dadurch reduzieren sich die Kosten für den Vorgang der Archivierung um rund 3,4 Mrd. Euro.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: bundesfinanzministerium.de; iww.de. Bild: wikipedia.de.]
Geschrieben in Büroorganisation, Politik | Drucken | Keine Kommentare »
Diplomsprachmittlerin Cornelia Pieper gibt Parteiämter in FDP auf
2.4.2011 von Richard Schneider.
Nach der Wahlschlappe der FDP bei der Landtagswahl 2011 in Sachsen-Anhalt wird Cornelia Piper ihre Parteiämter in der FDP aufgeben. Beim Landesparteitag im April will die 52-jährige Diplomsprachmittlerin nicht wieder für den Landesvorsitz kandidieren, beim Bundesparteitag im Mai auch nicht mehr für das Amt der stellvertretenden Bundesvorsitzenden.
Die Berufsgruppe der Dolmetscher und Übersetzer verliert damit eine potenziell wichtige Ansprechpartnerin innerhalb der klassischen Freiberuflerpartei FDP. Andererseits sind die in der Politik agierenden Übersetzer und Dolmetscher unseres Wissens aber noch nie von den Berufsverbänden der Branche angesprochen worden.
Ihr Mandat als Abgeordnete des Deutschen Bundestages und ihr Amt als Staatsministerin im Auswärtigen Amt wird Pieper weiter ausüben.
Cornelia Piepers Lebenslauf liest sich auf ihrer Website wie folgt:
Geboren am 4. Februar 1959 in Halle/Saale; verheiratet, ein Sohn.
Abitur in Halle. Studium der Angewandten und Theoretischen Sprachwissenschaften in Leipzig und Warschau, 1982 Abschluss als Diplomsprachmittlerin für Polnisch und Russisch.
Bis 1985 Dolmetscherin im Tourismus und Kulturbereich, danach EDV-Mitarbeiterin im Halleschen Fernsehgerätewerk. 1995 bis 1996 Geschäftsführerin beim Humanistischen Verband e. V. Berlin, seit Mitte 1996 freiberufliche Übersetzerin.Gründungsmitglied, erste Vorsitzende und derzeit Vorstandsmitglied der Erhard-Hübener-Stiftung e. V. in Sachsen-Anhalt.
Seit 1990 Mitglied im Landesvorstand der FDP Sachsen-Anhalt, seit 1995 Landesvorsitzende und stellvertretende Kreisvorsitzende in Halle, seit 1993 Mitglied im Bundesvorstand der FDP, 1997 bis Mai 2001 stellvertretende Bundesvorsitzende, 2001 bis 2005 Generalsekretärin der FDP, seit 2005 wieder stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende. Stellvertretende Bundesvorsitzende der Liberalen Frauen e. V. 1990 bis 1994 und April bis Oktober 2002 Mitglied des Landtags von Sachsen-Anhalt, 1990 bis 1994 Vizepräsidentin des Landtags, April bis Oktober 2002 Vorsitzende der FDP-Fraktion.
Mitglied des Bundestages von 1998 bis Mai 2002 und seit Oktober 2002; Oktober 1998 bis Juni 2001 stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, forschungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Obfrau im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung; Februar 2005 bis Oktober 2005 Vorsitzende und von November 2005 bis Oktober 2009 stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Seit November 2009 Staatsministerin im Auswärtigen Amt.
Mehr zum Thema „Übersetzer in der Politik“ im Übersetzerportal
2005-05-30: Übersetzer in der Politik: Murat Çakir ist Pressesprecher der WASG
2005-01-27: „Ein Traumjob für mich.“ – Diplom-Sprachmittlerin Cornelia Pieper beerbt Dipl.-Übers. Ulrike Flach als Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses
2005-01-25: Ulrike Flach legt Bundestags- und Parteiämter nieder
2005-01-16: Wettig-Danielmeier, Pieper, Flach, Schäfer, Kopp, Lietz: Unsere Vertreter im Deutschen Bundestag
2004-12-31: Dipl.-Übers. Ulrike Flach erhält zusätzlich zu Abgeordnetendiäten volles Gehalt von Siemens
2003-05-19: Unsere Mädels in der Politik: Gabi geht, Conny bleibt
2002-04-21: Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Diplom-Sprachmittlerin erzielt sensationelles Ergebnis für FDP
2002-10-22: Diplom-Übersetzerin Ulrike Flach mögliche Nachfolgerin von Jürgen Möllemann
2002-10-13: Diplom-Sprachmittlerin Gabi Zimmer als PDS-Parteivorsitzende wiedergewählt
2001-05-04: Diplom-Sprachmittlerin Cornelia Pieper wird FDP-Generalsekretärin
[Text: Richard Schneider. Quelle: Abendblatt, 2011-03-31. Bild: Pieper.]
Geschrieben in Porträt, Politik | Drucken | Keine Kommentare »
SPD: Ausweitung der Sprachförderung an Kindergärten und Schule
17.2.2011 von Jessica Antosik.
Die SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg will die Sprache früher als bisher fördern und sie ausweiten. Der Bildungssprecher Frank Mentrup ist der Ansicht, dass ein Mentalitätswechsel beim Umgang mit anderen Sprachen unabdingbar sei und sagt: “Andere Muttersprachen sind ein Schatz kein Problem. Dieser Schatz muss gefördert werden.” Die Muttersprache von ausländischen Kindern soll an den Schulen unterrichtet werden. Damit sollen Kinder aus sozial schwachen Schichten nicht weiter benachteiligt werden. “Die SPD wird damit aufräumen, dass ein Schulerfolg im Land stark vom Geldbeutel der Eltern abhängt”, so der Fraktionschef Claus Schmiedel. Die Sprachförderung ist der Schlüssel für Integration und Erfolg in Bildung und Beruf.
Bislang habe die Landesregierung sehr wenig Interesse an der Sprachförderung gezeigt, sagte Mentrup. Dies werde insbesondere Qualität, Umfang und Dauer der Förderung. Kinder mit Sprachförderbedarf könnten ihren Leistungsabstand zu den anderen Kindern nicht verringern, es würden Kosten eingespart, indem etwa 30 Prozent weniger Kinder als im Vorjahr gefördert würden und die Landesregierung beginne die individuelle Sprachförderung erst im letzten Kindergartenjahr, obwohl wissenschaftlich nachgewiesen sei, dass Kinder im Alter von drei Jahren eine Zweitsprache wie eine weitere Muttersprache lernten. Je später sie eine Zweit- oder Drittsprache lernten, desto schwieriger gestalte sich der Erwerb der Fremdsprache.
Das Ziel der SPD ist es, dass Kinder bereits im ersten Kindergartenjahr mit dem Erlernen einer Fremdsprache beginnen. Fortgeführt soll die Sprachförderung außerdem in der Grundschule, da sich international herausgestellt habe, dass vier bis acht Jahre nötig seien, um eine Zweitsprache systematisch zu erlernen. Mentrup betont: “Das Land muss die Förderpolitik endlich nach dem Bedarf der Kinder ausrichten, nicht mehr allein nach den Notwendigkeiten des Haushaltes.” Auch die Eltern sollten gestärkt und viel stärker in die Abläufe in den Kindertageseinrichtungen und Schulen einbezogen werden.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: www.spd.landtag-bw.de, 28.01.2011. Bild: www.wikipedia.de.]
Geschrieben in Politik | Drucken | Keine Kommentare »