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TC3 - Neues sprachwissenschaftliches Magazin der Uni Mainz
31.1.2012 von Nina Neumann.
Dolmetscher und Übersetzer, die sich für die jüngsten wissenschaftlichen Entwicklungen auf ihrem Gebiet interessieren, können auf ein neues Fachmagazin zugreifen: „TC3 - Translation: Computation, Corpora, Cognition“ lautet der Titel des Journals, das sich mit neuen Erkenntnissen auf dem Gebiet Übersetzen und Dolmetschen befasst. Als „Open Access Journal“ steht es allen Interessenten kostenfrei im Internet zur Verfügung. „Mit TC3 schließen wir eine Lücke in der Translationswissenschaft“, teilt Prof. Dr. Silvia Hansen-Schirra von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) dazu mit. „Andere Fachzeitschriften auf diesem Gebiet sind entweder eher theoretisch oder aber didaktisch ausgerichtet. Wir legen dagegen unseren Schwerpunkt auf die empirische Forschung.“ Die Professorin für Englische Sprach- und Übersetzungswissenschaft in Germersheim gibt das Journal zusammen mit Prof. Dr. Stella Neumann von der RWTH Aachen und Dr. Oliver Čulo vom International Computer Science Institute in Berkeley, Kalifornien heraus.
Der Titel „TC3 – Translation: Computation, Corpora, Cognition“ beschreibt die Themengebiete, mit denen sich das Journal insbesondere befassen wird. „Computation“ deckt den Bereich der maschinellen und computergestützten Übersetzung ab, die vor etwa zwanzig Jahren Einzug in die professionelle Übersetzungs- und Dolmetscharbeit gehalten hat und heute aus dem Berufsalltag nicht mehr wegzudenken ist. „Alles, was dem Dolmetscher und Übersetzer hilft, seine Tätigkeit schneller und zuverlässiger auszuführen“, soll nach den Worten von Hansen-Schirra in dem neuen Journal thematisiert werden. Dazu gehören neue Tools und Online-Ressourcen ebenso wie neue Oberflächen und Mensch-Maschine-Schnittstellen.
„Corpora“ spricht das Feld der Korpuslinguistik an, die Mitte der 90er Jahre in der Translationswissenschaft aufgekommen ist. Dolmetscher und Übersetzer sammeln Paralleltexte zu bestimmten Themen, um sich auf dieser Basis die Terminologie und Syntax zu erarbeiten. In den Anfängen handelte es sich noch um Textsammlungen auf Papier, heute stehen Korpus-Programme für die elektronische Suche und Archivierung zur Verfügung. „Cognition“ schließlich nimmt Bezug auf die Verarbeitung der Informationen und die Denkprozesse, die beim Übersetzen ablaufen. Beispielsweise werden in der Schreibprozessforschung die Tastaturbewegungen beobachtet und analysiert, um die Entstehung eines ersten Übersetzungsentwurfs und seine Überarbeitung zu verfolgen. Hansen-Schirra selbst hat in Germersheim ein Eye-Tracking-Labor aufgebaut, um den Translationsprozess und die Verständlichkeit von Texten empirisch zu erforschen.
In ihrer ersten Ausgabe von TC3 haben die Herausgeber den Schwerpunkt auf „Corpora“ gelegt, um damit einer Korpus-Konferenz, die 2009 in Liverpool stattgefunden hat („Corpus Linguistics 2009“), Raum zu geben. Die zweite Ausgabe, die in der ersten Jahreshälfte 2012 erscheinen soll, wird sich anlässlich einer computerlinguistischen Konferenz in Hamburg („GSCL 2011“) des Themas „Computation“ verstärkt annehmen. In allen Fällen legen die Herausgeber größten Wert auf Qualität. „Wir haben renommierte internationale Gutachter für unser Projekt gewonnen und werden versuchen, die Veröffentlichungen auf höchstem Niveau zu halten“, kündigt Hansen-Schirra an. Jeder eingereichte Text wird einem doppelt verdeckten Gutachten unterzogen, bei dem weder der Autor, noch der Gutachter den jeweils anderen kennt.
Die Publikation erfolgt, wie in der Disziplin üblich, in englischer Sprache. Als Besonderheit wird jedoch in jeder Ausgabe ein Aufsatz in einer anderen Sprache veröffentlicht werden, egal welcher: Gutachter für TC3 sind in China ebenso wie in Brasilien zu Hause und können die Einsendung in den verschiedensten Sprachen prüfen. Das Journal ist sowohl für die Leser als auch für die Autoren kostenfrei und wird von den beiden Lehrstühlen in Germersheim und Aachen finanziell getragen. „TC3 – Translation: Computation, Corpora, Cognition“ ist im Internet unter der Adresse http://www.t-c3.org/ zu finden.
Die Herausgabe des Magazins erfolgte in Kooperation mit der Universitätsbibliothek der JGU, die damit in die Publikation von Open Access Journals einsteigt. Der Bereich soll in Zukunft noch ausgebaut werden.
weitere Informationen unter www.uni-mainz.de
[Text: Uni Mainz. Quelle: Pressemitteilun g Uni Mainz, 31.1.2012. Bild: Uni Mainz.]
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uepo.de in Qualitätssuchmaschine erfolgreich-suchen.de aufgenommen
15.12.2011 von Richard Schneider.
Uepo.de, das Nachrichtenportal für Übersetzer, hat die Qualitätsprüfung der Redaktion des m.w. Verlags bestanden und wurde in die Qualitätssuchmaschine erfolgreich-suchen.de aufgenommen.
Bei erfolgreich-suchen.de steht die inhaltliche Qualität der Web-Seiten an erster Stelle. Die Suchergebnisse werden nicht nach einem bestimmten automatisierten Algorithmus erzeugt, sondern sind das Ergebnis redaktioneller Arbeit. Im Gegensatz zu maschinellen Suchdiensten, die meist endlos lange Trefferlisten ausspucken, auf denen auch eine Vielzahl an schlechten Seiten zu finden ist, konzentriert sich erfolgreich-suchen.de nur auf die absoluten Top-Seiten zu jedem Themenbereich, alle redaktionell überprüft und ausgewählt.
Der Bestand von erfolgreich-suchen.de wird fortlaufend aktualisiert und erweitert, zudem werden die aufgenommenen Web-Seiten regelmäßig auf ihre Qualität hin überprüft. Dabei unterliegen die Adressen bestimmten Aufnahmekriterien, die erfüllt sein müssen, um in dem Katalog gelistet zu werden. Dazu gehören unter anderem:
- Die Web-Seite muss in deutscher Sprache verfasst sein.
- Es werden möglichst viele kommentierte Links zum Themengebiet angeboten.
- Das Angebot der Web-Seite ist kostenlos.
- Die Bedienerführung ist übersichtlich.
- Es gibt ein großes Service-Angebot (z. B. Hintergrundberichte, Link-Verzeichnisse, interne Suchmaschinen, Buchbesprechungen, Insidertipps usw.).
- Die Web-Seite ist auf Dauer angelegt und wird regelmäßig überarbeitet.
- Nach Möglichkeit müssen die Inhalte der Web-Seite in der Mehrzahl ohne vorherige Anmeldung zugänglich sein.
Betrieben wird das Angebot von der Redaktion des Web-Adressbuches für Deutschland, dem führenden Internet-Guide auf dem deutschen Buchmarkt, in dem jedes Jahr nur die 6.000 besten deutschsprachigen Web-Seiten präsentiert werden. Bereits seit mehr als 10 Jahren durchforsten die Redakteure das Internet. Die Kompetenz des Redaktions-Teams wurde schon mehrfach von der Presse bestätigt: Dass das Web-Adressbuch als echte “Alternative zu Google & Co.” (Hamburger Abendblatt) bezeichnet wird, ist keine Seltenheit. Der Vorteil eines Buches als Recherchewerkzeug ist, dass man sich durch die Themenbereiche treiben lassen kann, ohne dass ein bestimmtes Stichwort eingetippt werden muss, und dass man “immer neue gut gemachte Web-Seiten findet, die Google & Co. nicht als Treffer anzeigen” (Bayern 3).
[Text: Richard Schneider. Quelle: erfolgreich-suchen.de. Bild: erfolgreich-suchen.de.]
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Nominierungen für “Anglizismus des Jahres 2011″
29.11.2011 von Jessica Antosik.
Am 15. November 2011 ist der Startschuss für die Nominierungsphase des “Anglizismus des Jahres 2011″ gefallen.
Auf der Nominierungsseite anglizismusdesjahres.de heißt es: “Mit der Wahl zum ‘Anglizismus des Jahres’ möchten wir den Beitrag, den die englische Sprache zur Entwicklung des Deutschen macht, angemessen würdigen.“
Nominiert werden kann jedes Wort, das die folgenden Bedingungen erfüllt:
- Das Wort stammt ganz oder in Teilen aus dem Englischen.
- Das Wort ist im Jahr 2011 zum ersten Mal ins Bewusstsein und den Sprachgebrauch einer breiteren Öffentlichkeit gelangt.
- Das Wort füllt eine interessante Lücke im deutschen Wortschatz, entweder, indem es eine vorhandene Wortbedeutung weiter ausdifferenziert oder indem es ein Wort für etwas bereitstellt, was es vorher nicht gab oder was vorher nur mühsam umschrieben werden konnte.
- Das Wort ist kein Produktname (außer, dieser Produktname hat sich zu einem allgemein gebräuchlichen Begriff weiterentwickelt).
Nominierungen sollten die folgenden Angaben enthalten:
- das nominierte Wort;
- eine authentische Quellenangabe (also ein tatsächliches Beispiel für die Verwendung des Wortes), möglichst mit URL;
- eine Begründung, warum das Wort “Anglizismus des Jahres” werden sollte.
Nominierungen werden bis zum 7. Januar 2012 im Kommentarbereich der Nominierungsseite entgegengenommen.
Bisher nominiert (Stand: 24. November 2011): adden, Bail-out, Bubble Tea, Burn-Out, Carsharing, Casting-Truck, Cloud, circlen, Compliance, Copy & Paste, Copy-and-Paste-Kultur, Cupcake, Cyberwar/Cyberkrieg, Euro-Bonds, Fazialpalmierung, Fratzenbuch, frienden, Hacktivism, Haircut, Handy-Ticketsystem, Liquid Democracy, Nerd, Occupist, Occupy, Occupy-Bewegung, Onleihe, Post-Privacy, Rating/raten, Shitstorm, Smartphone, Stresstest, Tablet, trenden, whistleblowen (Verb). Es werden alle nominierten Wörter aufgeführt; die Überprüfung der Kriterien erfolgt später.
Im Jahr 2010 wurde das Verb “leaken” als Bezeichnung für das gezielte anonyme Veröffentlichen geheimer Informationen zum Wohle der Öffentlichkeit zum Anglizismus des Jahres gewählt. Auf Platz zwei landete das Wort “entfrienden”. “Whistleblower” belegte den dritten Platz.
[Textzusammenstellung: Jessica Antosik. Quelle: anglizismusdesjahres.de.]
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Mit Fingerspitzengefühl die Welt sehen
11.11.2011 von Jessica Antosik.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlichte 2004 einen Artikel mit Zahlen zu Erblindungen und Sehbehinderungen in den verschiedenen Regionen der Erde. Neben Zahlen zu anderen Regionen enthält dieser Report auch Daten zu Europa. Dabei bezieht er sich auf Erhebungen in Dänemark, Finnland, Großbritannien, Island, Irland, Italien, Niederlande. Laut WHO hat sich in den genannten Ländern von 1990 bis 2002 die Zahl der Sehbehinderten um 80 Prozent gesteigert. Hintergrund ist das Phänomen „Alternde Gesellschaft“ verbunden mit einer steigenden Lebenserwartung. Zudem ermittelte die WHO einen nur moderaten Anstieg der Blinden um 9 Prozent. Prof. Dr. Bernd Bertram hat die WHO-Zahlen ausgewertet und Rückschlüsse auf die Situation in Deutschland gezogen. Demnach lebten in Deutschland im Jahre 2002 164.000 Blinde und 1.066.000 Sehbehinderte.
Das Stichwort „Barrierefreiheit“ spielt in diesem Zusammenhang eine ganz wichtige Rolle. Wikipedia definiert den Begriff wie folgt:
Barrierefreiheit bedeutet, dass Gegenstände, Medien und Einrichtungen so gestaltet werden, dass sie von jedem Menschen unabhängig von einer eventuell vorhandenen Behinderung uneingeschränkt benutzt werden können. […] Mitunter wird statt „Barrierefreiheit“ auch der Begriff Zugänglichkeit (abgeleitet von englisch accessibility) verwendet. Im Zusammenhang mit dem Internet verzichtet man häufig ganz auf eine Übersetzung und nutzt das englische Wort. Häufig gebraucht wird auch immer noch der inzwischen aus der Mode gekommene Begriff behindertengerecht, obgleich Barrierefreiheit die Zugänglichkeit und Benutzbarkeit für alle Menschen bedeutet – nicht nur für die mit Behinderungen.
Das deutsche Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen legt in seinem § 4 fest:
Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.
Die Blindenschrift war ein Meilenstein für die Selbständigkeit und das Selbstbewusstsein blinder sowie sehbehinderter Menschen. Für sie ist es vergleichbar mit der Erfindung des Buchdrucks. Über Jahrhunderte hatten sie keinen eigenen Zugang zur Literatur. Der Weg zu höherer Bildung oder einem Beruf war ihnen aus diesem Grund meistens versperrt. Bücher mussten ihnen vorgelesen, Karten und Bilder beschrieben werden.
Die Blindenschrift ermöglicht es, Blinden zu lesen. Das Lesen erfolgt dabei mit dem Tastsinn der Finger. Es existieren verschiedene Schriftsysteme wie zum Beispiel das 1845 von Dr. William Moon entwickelte Moonalphabet. Die (Relief-)Schrift besteht aus Zeichen in Form geometrischer Symbole. Für Personen, die erst im Laufe ihres Lebens erblinden, ist sie besonders leicht zu lernen, weil zahlreiche Symbole den Buchstaben des Alphabets ähneln.
Die heute am weitesten verbreitete und auch im Computerzeitalter keineswegs unmoderne Blindenschrift ist die Brailleschrift. Dabei handelt es sich um eine geniale und faszinierende Erfindung des Franzosen Louis Braille aus dem Jahre 1825. Im Alter von vier Jahren verlor er das Augenlicht. Doch der wissbegierige Junge wollte sich nicht damit abfinden, Literatur nur durch Vorlesen erleben zu können. Mit 16 hatte Braille seine Blindenschrift fertig gestellt und gab damit den Blinden endlich ein Alphabet an die Hand, das leicht zu lesen und zu schreiben ist. Seitdem gilt er als der Gutenberg der Blinden. 1850 wurde die Brailleschrift offiziell für den Unterricht an französischen Blindenschulen eingeführt. In Deutschland erfolgte die offizielle Einführung im Jahr 1879.
Für fast jede oft geschriebene Sprache auf der ganzen Welt gibt es auch eine Brailleschrift, wobei alle Sprachen von links nach rechts gelesen werden, unabhängig davon wie die jeweilige Schrift der Sehenden läuft. Die Brailleschrift verwendet Punktmuster, die von hinten in das Papier gepresst werden, sodass sie als Erhöhung mit den Fingerspitzen abgegriffen werden können. Louis Braille reichten sechs Punkte aus, um die tastbare Blinden- bzw. Punktschrift zu entwickeln. Sechs Punkte, die in zwei senkrechten Reihen zu je 3 Punkten nebeneinander angeordnet und so optimal ertastbar sind, bilden die Grundform. Bei sechs Punkten ergeben sich 64 Kombinationsmöglichkeiten. Die Punkte einer Braillezelle werden absteigend in der linken Spalte von eins bis drei und in der rechten Spalte von vier bis sechs nummeriert. Die Buchstaben der Blindenschrift bestehen aus einer Kombination dieser Punkte: Steht Punkt 1 alleine, handelt es sich um ein „a“, Punkt 1 + 2 ergeben ein „b“, Punkt 1 + 4 ein „c“ usw. Im 6-Punkt-Braille gibt es keinen Unterschied zwischen Groß- und Kleinschreibung. Der Platzbedarf der Punktschrift ist enorm, denn die Zeichen sind größer als in der Schwarzschrift, die Schrift der Sehenden. Zudem ist für die Punktschrift dickeres Papier notwendig. Punktschriftbücher haben häufig das Format 27 x 34 cm. Allein der Duden in Punktschrift umfasst 18 Bände. „Überträgt man die Druckschrift für Sehende in Blindenschrift, so wachsen die Bücher um ein Drittel“, erklärt Dr. Thomas Kahlisch, Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB). Kahlisch erblindete im Alter von 14 Jahren an einer Netzhautablösung.
Von den rund 160.000 komplett erblindeten Menschen in Deutschland können nur etwa 20.000 die Blindenschrift lesen. “Sehbehinderungen oder Blindheit treten oft erst im Alter auf”, begründet die Bibliothekarin Susanne Siems diese Zahlen. “Für viele ist es dann schwierig, die Brailleschrift so gut zu lernen, dass sie auch fließend lesen können.” Die Schrift an sich sei nicht schwierig, so Bianca Weigert. Sie bringt Erwachsenen ehrenamtlich die Brailleschrift bei. „Etwas komplizierter ist jedoch, erstmal das nötige Tastgefühl in den Fingerspitzen zu entwickeln, besonders für Ältere.“ Insbesondere die jüngere Generation sei heutzutage aufgrund der Hörbücher und technischen Entwicklung weniger bereit, die Brailleschrift zu lernen. Dennoch nimmt die Verbreitung der Punktschrift immer mehr zu. So müssen zum Beispiel seit 2004 alle Pharmaverpackungen mit Blindenschrift versehen sein.
Ende September 2011 richtete die älteste öffentliche Blindenbibliothek Deutschlands, die 1894 gegründete Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB), im Auftrag der Weltblindenunion den Kongress „Braille 21“ aus und widmete sich der Brailleschrift. „Den Blindenverbänden aus aller Welt geht es um eine stärkere Verbreitung von Brailleschrift im Alltag, um bessere Zusammenarbeit und wie wir als Bibliotheken Internet, Handys oder Smartphones zur Verbreitung von Literatur nutzen können“, fasst Dr. Thomas Kahlisch einige der Ziele zusammen. Der 45-Jährige selbst ist unzufrieden mit der Auswahl an Braillebüchern in Deutschland: Lediglich rund zwei Prozent der Literatur sei auch in Punktschrift verfügbar. „Verlage kümmern sich nicht um dieses Feld, da die kleinen Auflagen für sie wirtschaftlich kaum interessant sind”, berichtet der studierte Informatiker. Die Herstellung eines Blindenschriftbuches ist aufwendig – bis zum Erscheinen dauert es meist ein Jahr.
In der Leipziger DZB übertragen 15 Mitarbeiter Literatur aus der „Schwarzschrift“ in die Punktzeichen. Circa 150 Bücher, auch Atlanten, Kalender oder Zeitschriften, übersetzen sie in einem Jahr. Doch beispielsweise bei Tabellen oder Fragen mit mehreren Antworten kommen oftmals Schwierigkeiten auf. Eine Blindenschriftüberträgerin erklärt ihr Vorgehen in diesen Situationen folgendermaßen: „Das sind Strukturen, die man so nicht in Brailleschrift umsetzen kann. Wir müssen dies in anderer Form aufbereiten, etwa indem wir die Sachverhalte umschreiben.“
[Text: Jessica Antosik. Quelle: charivari.de, 22.09.2011; faz.net, 19.10.2009; cms.augeninfo.de, 12/2005; dbsv.org; wikipedia.de. Bilder: wikipedia.de.]
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Europäisches Sprachensiegel 2011
26.10.2011 von Jessica Antosik.
Anfang des Jahres 2011 hat der Pädagogische Austauschdienst (PAD) den diesjährigen Wettbewerb für Projekte zum innovativen Sprachenlernen ausgeschrieben. Das Motto des Jahres 2011 lautete: “Sprachenlernen in der Gemeinschaft – Ressourcen nutzen und Kompetenzen ausbauen”.
“Gemeinschaft” erklärt der PAD folgendermaßen:
Der Begriff “Gemeinschaft” wird bei dem Wettbewerb weit gefasst. Er kann sich auf eine Schul- oder Hochschulgemeinschaft oder auch auf eine dörfliche Gemeinde oder städtische Kommune beziehen. Projekte, an die sich der Wettbewerb richtet, können verschiedenen Bereichen zugeordnet werden:
- Projekte, bei denen sprachliche Ressourcen von Eltern, Schülerinnen und Schülern, Studierenden, Lehrkräften oder Arbeitnehmern mit anderer Erstsprache als Deutsch eingesetzt und gefördert werden
- Projekte, die den Aufbau einer Didaktik der Mehrsprachigkeit fördern und zeigen, auf welche Art und Weise Erzieherinnen, Lehrkräfte oder Dozenten die vorhandene sprachliche Vielfalt im Unterricht berücksichtigen können
- Projekte, bei denen mehrsprachiges Personal gezielt qualifiziert wird
- Projekte, die zeigen, wie Personen mit anderer Muttersprache als Deutsch am gesellschaftlichen Leben teilhaben können
Ferner äußert sich der Pädagogische Austauschdienst wie folgt zum Thema des diesjährigen Wettbewerbs:
Die Mobilität innerhalb von und nach Europa hat in den vergangenen Jahren auf den verschiedenen Ebenen zugenommen: Grenzüberschreitender Schüleraustausch findet zwischen allen europäischen Staaten statt, manchmal bereits ab der Grundschule. Schüler in der Sekundarstufe II und Auszubildende nutzen die Gelegenheit, in Betrieben im Ausland in mehrwöchigen Praktika Betriebsabläufe kennen zu lernen und interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. Das ERASMUS-Programm unterstützt Studierende dabei, ein oder zwei Semester an einer ausländischen Hochschule zu studieren. Auch viele Menschen im erwerbstätigen Alter wagen den Schritt, aufgrund der wirtschaftlichen oder politischen Situation in ihrem eigenen Land, zusammen mit ihrer Familie nach Deutschland zu kommen, um hier zu arbeiten.
Grenzüberschreitende Mobilität – sei es kurz- oder langfristiger Art – kann nur gelingen, wenn entsprechende sprachliche Kompetenzen vorhanden sind und ausgebaut werden können. Hierzu bedarf es gezielter Angebote, eine neue Sprache zu erlernen oder die Kommunikationsfähigkeit weiter zu verbessern. Die Erstsprachen der Zugewanderten können dabei als Ressource genutzt werden, um die Kommunikation zwischen Gemeinschaften und Gruppen zu fördern.
Bewerbungsschluss war der 9. Mai 2011. Die Auswahl der Preisträger nahm eine Expertenjury vor.
Vertreter von sieben Projekten aus Österreich, zwei aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und neun Projekten aus Deutschland wurden am 7. Oktober im Rahmen der trinationalen Fachtagung “Mit Sprache/n an Beruf und Gesellschaft aktiv teilnehmen” in Wien mit dem Europäischen Sprachensiegel 2011 ausgezeichnet.
Nachfolgend die deutschen Preisträger des Europäischen Sprachensiegels 2011:
- Grundschule Burgdamm
Europa bewegt sich – Europe in Motion - Dietrich-Heise-Schule
GUT* im Tandem (*gemeinsamer Unterrichtstag) - Albrecht-Dürer-Schule
How to Become a Chef in Europe - Universität Regensburg
Theatergruppe Babylon: Nasrin oder Die Kunst zu träumen von Herbert Asmodi - Stiftung Universität Hildesheim
Internationale Schreibpartnerschaften – ISP - Bergische Universität Wuppertal
LiBRe - Little Bookworm Reading Club – Leseförderung für mehrsprachige Grundschulkinder - Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung
Deutsch-Französischer Online-Markt – Anwendungsbezogenes Sprachenlernen - Volkshochschule im Landkreis Cham e.V.
YELL – Young Europeans Love Languages. - Kontaktstelle für Interkulturelles Lernen und Menschenrechtserziehung
Mulingula – Multilinguale Leseaktivitäten
“Die Preise gehen an Leuchtturm-Projekte sehr unterschiedlicher Art, die eines gemeinsam haben: Sie sind mit kompetenten Partnern bestens vernetzt, sie sind ausgesprochen einfallsreich und sie haben ihre Alltagstauglichkeit bereits unter Beweis gestellt”, erklärte der Präsident der Kultusministerkonferenz, Dr. Bernd Althusmann, anlässlich der Verleihung. “Von diesen Projekten und Ideen können wir in unseren Ländern noch sehr viel mehr gebrauchen, wenn wir die Mehrsprachigkeit in Europa wirksam fördern wollen”, so Althusmann weiter.
Genauere Informationen zu allen Preisträgern aus Österreich, der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und Deutschland finden Sie hier.
Die ausgezeichneten Projekte erhalten das von Androulla Vassiliou, der EU-Kommissarin für Mehrsprachigkeit, unterzeichnete Zertifikat “Europäisches Sprachensiegel 2011″ und das Recht, mit dem Logo des Siegels auf Briefköpfen, in Publikationen etc. zu werben. Zudem werden alle Preisträger mit einem Preisgeld von 500 Euro prämiert. Darüber hinaus werden die ausgewählten Projekte durch die EU-Kommission europaweit einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht.
Das Europäische Sprachensiegel wird auf Initiative der Europäischen Kommission europaweit vergeben. 1997 wurde es erstmalig an besonders herausragende und innovative Projekte aus dem Bereich des Lehrens und Lernens von Sprachen vergeben. Ziel ist es, im zusammenwachsenden Europa die Vielfalt der Sprachen zu erhalten und den Fremdsprachenerwerb der Bürger zu fördern.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: kmk-pad.org, 10.01.2011/07.10.2011. Bild: kmk-pad.org.]
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Neu von PONS: Online-Wörterbuch „Deutsch als Fremdsprache“
20.10.2011 von Nina Neumann.
Deutsche Sprache - schwere Sprache! Dass es so nicht sein muss, dafür sorgt PONS mit seinem neuen Online-Wörterbuch Deutsch als Fremdsprache.
Nachschlagen findet heute immer häufiger online statt, deshalb präsentiert das Sprachenportal seit Oktober sein aktualisiertes PONS Großwörterbuch „Deutsch als Fremdsprache” als kostenlose Onlineversion. Damit bietet PONS das erste einsprachige Online-Wörterbuch für die Zielgruppe der Deutschlernenden an. Der Nutzer kann zu Hause am PC oder auch mit der mobilen Version unterwegs nachschlagen und lernen.
Das PONS Online-Wörterbuch „Deutsch als Fremdsprache“ hilft allen, die Deutsch lernen. Es bietet rund 77.000 Stichwörter und Wendungen und enthält über 125.000 einfache, lernergerechte Worterklärungen und Anwendungsbeispiele.
Auch die Sprachausgabe des PONS Online-Wörterbuchs Deutsch als Fremdsprache ist für den Sprachenlerner besonders wichtig. Durch sie lernt er zusätzlich zur Schreibweise auch die richtige Aussprache der Stichwörter.
Zu jedem Stichwort gibt es eine Vielzahl grammatischer Angaben. Zahlreiche Beispiele zeigen die Verwendung der Wörter im sprachlichen Zusammenhang und verdeutlichen so den Sprachgebrauch. Zu vielen Stichwörtern führt das Wörterbuch außerdem sinnverwandte Wörter und Zusammensetzungen auf. Spezielle „Konstruktionsformeln“ geben Deutschlernern das Wissen an die Hand, wie man mit Verben grammatisch korrekte Sätze bildet.
Ein weiteres Extra des PONS Online-Wörterbuchs Deutsch als Fremdsprache ist die Berücksichtigung der Bedeutungsbesonderheiten in Österreich und in der Schweiz. So wird beispielsweise der Pfannkuchen in Österreich zum Palatschinken. Sehr hilfreich sind außerdem der ausführliche Regelteil zur reformierten deutschen Rechtschreibung und die zahlreichen Verweise von den Einträgen auf die jeweilige Rechtschreibregel.
Mit diesem Service baut PONS konsequent sein Angebot weiter aus. Auf der website des Online-Wörterbuchs können mittlerweile mehr als 30 Wörterbücher in 12 Sprachen aufgerufen werden und stehen alle kostenlos und in bekannter PONS-Qualität zur Verfügung. Dass dieses Angebot auch wahrgenommen wird, spiegelt sich in den Nutzerzahlen dieser Website wider: hier werden rund 400.000 Zugriffe pro Stunde erzielt.
Über PONS:
Seit über 30 Jahren entwickelt PONS grüne Sprachlernmaterialien und Wörterbücher fürs Leben. Ob für Schule, Beruf, Reise oder Hobby: über 500 Produkte für Sprachen von Chinesisch bis Ungarisch helfen beim Lernen und Nachschlagen - mit oder ohne Vorkenntnisse. Weil jeder anders lernt, bietet PONS alles vom klassischen Wörterbuch über Sprachlern- und Nachschlage-Apps bis hin zu kostenlosen Online-Angeboten wie dem Sprachenportal mit Wörterbüchern in 12 Sprachen, einem Bildwörterbuch sowie der kompletten deutschen Rechtschreibung. Das Portal bietet außerdem einen kostenlosen Vokabeltrainer, mit dem der eigene Wortschatz jederzeit trainiert werden kann.
Die PONS GmbH ist Teil der Stuttgarter Klett Gruppe. Mit ihren 59 Unternehmen an 40 Standorten in 17 Ländern ist die Klett Gruppe eines der führenden Bildungsunternehmen in Europa. Die ca. 2.740 Mitarbeiter in den Unternehmen der Gruppe erwirtschafteten im Jahr 2010 einen Umsatz von rund 465 Millionen Euro.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.pons.eu
[Text: Pons. Quelle: Pressemitteilung, 27.10.2011. Bild: Pons.]
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Grundschrift statt Schreibschrift
23.8.2011 von Jessica Antosik.
Wer schreibt im digitalen Zeitalter, d.h. in Zeiten von Tastaturen, Handys und Touchscreens, noch mit der Hand? Die Handschrift stirbt regelrecht aus, was das Ende der Sauklaue bedeutet und ein großer Verlust ist. Schließlich verrät die Handschrift Vieles über die Arbeitsweise und Persönlichkeit ihres Schreibers.

Schulheft von 1929 mit Schreibübungen in deutscher Sütterlinschrift
Nun soll in einigen Bundesländern ab dem kommenden Schuljahr die Schreibschrift nicht mehr verpflichtend gelehrt werden. An ihre Stelle soll die sogenannte Grundschrift treten. Dies schlägt der Grundschulverband vor. Die Kinder bräuchten zu lange, um die Schönschrift zu lernen. Hintergrund seien zudem Klagen über zunehmend unleserliche Handschriften der Kinder. Laut Grundschullehrerverband kommen rund ein Drittel der Jungs und etwa zehn Prozent der Mädchen nach vier Jahren Grundschule ohne wirklich fundierte Kenntnisse im Lesen und Schreiben heraus. Da sie des Weiteren im Alltag fast ausschließlich Druckbuchstaben sehen, sollten die Kinder eine Grundschrift erlernen. “Grundschrift – damit Kinder besser schreiben lernen” lautet die Devise.
Ulrich Hecker, Fachreferent für Öffentlichkeitsarbeit im Grundschulverband, sagt:
Die Kinder lernen bereits in der 1. Klasse Druckschrift, müssen dann in der 2. Klasse eine neue Schrift lernen, obwohl sie schon längst in Druckbuchstaben schreiben können. Die Schriftentwicklung wird unterbrochen. Durch die Grundschrift können die Kinder schneller und vor allem lesbarer schreiben.
In einer Pressemitteilung erklärt der Grundschulverband Folgendes:
Zurzeit gibt es an deutschen Grundschulen drei normierte verbundene Ausgangsschriften:
die Lateinische (LA), die Vereinfachte (VA) und die Schul-Ausgangsschrift (SAS). Davor gab es bis 1953 die Deutsche Normalschrift, bis 1941 die Sütterlin-Frakturschrift. Bei dieser Vielfalt der Schriftformen kann von dem einen “Kulturgut” ernsthaft keine Rede sein. Das zu bewahrende Kulturgut ist die überlieferte Lateinschrift: die großen und kleinen Druckbuchstaben, die “Gemischt-Antiqua” genannt wird.Mit der Grundschrift werden alle Buchstaben so geübt, dass sie “mit Schwung”, locker und flüssig geschrieben werden. Das geht mit einer kleinen, aber bedeutsamen und hilfreichen Wendung: Bei Kleinbuchstaben, die mit einem Abstrich enden (z.B. a, d, g, m), wird der Abstrich unten mit einem Wendebogen versehen. Das bringt Bewegung in die Schrift: Die Schreibweise wird dynamisch und Verbindungen zum folgenden Buchstaben im Wort werden gut möglich.
Einige Schriftbeispiele des Grundschulverbands können Sie hier als PDF-Datei abrufen.
Die Meinungen zur möglichen Abschaffung der Schreibschrift gehen jedoch weit auseinander. Die Verfügbarkeit über eine flüssige, gute, schnelle Schreibschrift sei unentbehrlich, eine kulturelle Basiskompetenz, auf die man einfach nicht verzichten könne. So denken die Grundschrift-Gegner. Auch Dr. Hans Kaufmann, Pädagoge und Regionalleiter des Vereins Deutsche Sprache in Hamburg, ist der Grundschrift gegenüber skeptisch eingestellt:
Schreiben ist eine Kulturtechnik, um Gedanken schnell niederzulegen. Die Schreibschrift schult die Feinmotorik, schafft Ästhetik. Mit dem scheinbar vereinfachten Schreiben vereinfacht sich auch das Denken. Ich würde es bedauern, wenn ein Stück unserer Schriftkultur verloren geht.
Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, ist folgender Meinung:
Die Lesbarkeit wird sich nicht verbessern, sondern deutlich verschlechtern, weil jeder Schüler die Buchstaben so verbindet, wie es ihm Spaß macht. Auch das Schreibtempo wird sich deutlich verlangsamen. Dazu strengt Druckschrift die Kinder viel mehr an, weil sie für jeden Buchstaben den Stift kurz anheben müssen. Pädagogisch ist das eine Bankrotterklärung, ein Irrweg.
Kritiker warnen ferner davor, die Leistungsanforderungen immer stärker zu senken, weil dadurch das Bildungsniveau nur noch mehr abfalle. Michael Gomolzig, Rektor der Geradstettener Grund- und Hauptschule, äußert sich dazu wie folgt:
Wir sollten die Schüler optimal fördern und nicht die Hürden so senken, dass das Ziel an den Schwächeren ausgerichtet wird. Wir sollten den Schwächelnden über die Hürden helfen. […] In der dritten Klasse schreiben Mädchen so gerne schön, dass sie auf jedes i ein Herzchen statt eines Punktes malen.
Hamburgs Schulsenator, Ties Rabe (SPD), weist die Kritik an der Abschaffung des verpflichtenden Lernens der Schreibschrift zurück:
Wenn ich mir angucke, wie andere Menschen jetzt schreiben als Erwachsene, dann haben wir völlig andere Handschriften als die ursprünglich in der Schule gelehrte Schrift. Und ich kann nicht feststellen, dass dadurch jetzt die Kultur verloren gegangen ist. Dieses Argument trifft wirklich nicht zu.
Die Hamburger Grundschulen, an denen Schulsenator Rabe die Grundschrift einführen wollte, haben sich allerdings für die klassische “Schwungschrift” ausgesprochen, berichtet die Bild Hamburg unter Berufung auf die Schulbehörde. In Baden-Württemberg hingegen hätten 16 Grundschulen erklärt, ab dem kommenden Schuljahr an dem Versuch teilzunehmen und die einfachere Schreibschrift zu erproben.
Natürlich ist diese Diskussion letztlich ein deutsches Luxus-Problem, da es nicht überall auf der Welt selbstverständlich ist, dass Kinder Schreiben und Lesen (lernen) können. In Indien müssen die Kinder außerdem sowohl die englische Grundschrift als auch Hindi lernen.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: grundschulverband.de, 18.07.2011; dradio.de, 03.08.2011; wissen.dradio.de, 10.05.2011/12.08.2011; bild.de, 28.06./20.08.2011; stuttgarter-zeitung.de, 23.08.2011; Bild: Wikipedia.]
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Resonanz auf SDL OpenExchange übertrifft Erwartungen: Entwickler-Wettbewerb gestartet
7.7.2011 von Richard Schneider.
SDL, der führende Anbieter von Global-Information-Management-Lösungen, hat heute bekannt gegeben, dass die Nutzung des innovativen SDL-OpenExchange-Programms bedeutend angestiegen ist. SDL OpenExchange bietet eine einzigartige, offene Plattform, die es Entwicklern ermöglicht, die Funktionen branchenführender Produkte wie SDL Trados Studio zu erweitern und individuell anzupassen. Als Webportal wird SDL OpenExchange für die Entwicklung, das Marketing und den Vertrieb von Anwendungen und Plug-Ins eingesetzt, die die offene Architektur von SDL-Produkten nutzen.
Nur sechs Monate nach der Einführung wurden über SDL OpenExchange bereits über 15.000 Anwendungen heruntergeladen, und 200 Entwickler haben sich für das Programm registriert. Die beliebtesten Apps sind unter anderem SDL-XLIFF-Converter, das MyMemory-Plug-In von Translated Srl und das ARCO-Tool für die Terminologiesuche.
Um den Erfolg zu feiern und um die Kreativität der Entwickler weiterhin zugunsten der gesamten Lokalisierungsbranche zu fördern, führt SDL einen Entwickler-Wettbewerb durch. Die Entwickler, die die beliebtesten Anwendungen (Apps) für SDL Trados Studio, die führende Translation-Memory-Software, bereitstellen, nehmen an der Verlosung von 10.000 Euro (bzw. dem entsprechenden Wert in der Landeswährung) teil. Der Wettbewerb dient dazu, weitere Innovationen der Entwickler-Community von SDL OpenExchange zu fördern.
„Es gibt bereits viele interessante Apps für Nutzer von SDL Trados Studio. Dennoch sind wir überzeugt davon, dass einige der besten Anwendungen erst noch von unserer Entwickler-Community entwickelt werden“, sagte Daniel Brockmann (Bild oben), Director of Product Management des Geschäftsbereichs SDL Language Technologies. „Wir möchten innovative Drittentwickler belohnen und ihnen so gut wie möglich dabei helfen, sich in der Branche einen Namen zu machen.“
„Wir sind im Moment sehr zufrieden mit dem Entwickler-Support in unserer Industrie und freuen uns, im Rahmen dieses spannenden Wettbewerbs für diese Community deren Kreativität und Fähigkeiten zu fördern, um die gesamten Funktionen des SDL-Trados-Studio-Software-Development-Kit (SDK) nutzen zu können und um tolle neue Anwendungen zu entwickeln“, sagte Mark Tapling (Bild), CEO des Geschäftsbereichs SDL Language Technologies.
Bei diesem Wettbewerb gibt es zwei Hauptkategorien: Kostenpflichtige und kostenlose Anwendungen. Für jede Kategorie steht eine Gewinnsumme von 5.000 Euro zur Verfügung. Die Apps, die zwischen dem 1. Oktober und dem 31. Dezember 2011 die meisten Downloads und positiven Bewertungen der SDL Benutzer-Community vorweisen, können beim SDL-OpenExchange-Wettbewerb für Entwickler einen Hauptpreis gewinnen. Alle Entwickler können am Wettbewerb teilnehmen – sowohl jene, die sich bereits bei SDL OpenExchange registriert haben, als auch neue Entwickler, die bisher noch nicht registriert sind.
Entwickler, die sich erstmals bei SDL OpenExchange registrieren, sollten wie folgt vorgehen:
1. Melden Sie sich als SDL-OpenExchange-Entwickler an, und laden Sie das SDK auf der folgenden Website herunter: www.sdl.com/openexchange
2. Entwickeln Sie eine App, und senden Sie diese über unsere SDL-OpenExchange-Webseite.
3. Für die besten Gewinnchancen empfehlen wir Ihnen, Ihre App bis zum 30. September 2011 zu senden.
Der Wettbewerb läuft bis Ende Dezember 2011, damit Benutzer genügend Zeit haben, ihren Favoriten herunterzuladen. Die Gewinner werden Anfang Januar 2012 bekanntgegeben.
Weitere Informationen zum SDL-OpenExchange-Wettbewerb für Entwickler finden Sie unter www.sdl.com/openexchange.
SDL
SDL ist im Bereich Global Information Management führend. Global Information Management unterstützt Unternehmen dabei, weltweit mit ihren Kunden in jeder Sprache, in jedem Kulturraum und über alle Medien hinweg zu kommunizieren und sie angefangen vom Markenbewusstsein über den Vertrieb bis hin zum Kundensupport zu begleiten. Durch den Einsatz erstklassiger Web Content Management Solutions, eCommerce, Structured Content und Language Technologies in Verbindung mit Language Services lassen sich die Kosten für die Erstellung, Verwaltung, Übersetzung und Veröffentlichung von Inhalten reduzieren. SDL Lösungen steigern den Umsatz und die Kundenzufriedenheit durch die gezielte Bereitstellung von Informationen bei jedem Kundenkontakt.
Globale Marktführer wie ABN-Amro, Bosch, Canon, CNH, FICO, GlaxoSmithKline, Hewlett-Packard, KLM, Microsoft, NetApp, Philips, SAP und Sony vertrauen auf SDL. SDL betreut über 1500 Unternehmenskunden und bietet 10 Millionen Kunden pro Monat Zugriff auf On-Demand-Übersetzungsportale. Weltweit sind mehr als 185.000 Softwarelizenzen im Einsatz. Die globale Infrastruktur des Unternehmens umfasst über 60 Niederlassungen in 35 Ländern.
www.sdl.com
[Text: SDL. Quelle: Pressemitteilung SDL, 2011-07-07. Bild: SDL.]
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Dolmetscherschule Köln: Infonachmittag am 8. Juli 2011
22.6.2011 von Richard Schneider.
Die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln am Rheinischen Bildungszentrum Köln (RBZ) lädt zu einem Informationsnachmittag über die schulische Berufsausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer und Dolmetscher ein. Termin: Freitag, 8. Juli 2011, ab 17 Uhr. Ort:Übersetzer- und Dolmetscherschule, Universitätsstraße 1 (Ecke Luxemburger Straße) in 50937 Köln.
Die Schulleitung stellt interessierten Schülern und ihren Eltern das berufsbildende Angebot für die Sprachen Englisch, Spanisch, Türkisch, Russisch und Französisch vor und beantwortet Fragen. Das neue Semester startet am 19. September 2011. Bewerbungen werden noch angenommen. Eine berufliche Erstausbildung ist auch für sprachtalentierte Abiturienten empfehlenswert, die eine praxisbezogene Qualifikation erlangen, eine Sprache beruflich anwenden möchten oder auf einen Studienplatz warten.
Angesprochen sind Schüler mit Abitur, Fachhochschul- oder Fachoberschulreife. Die an der Übersetzer- und Dolmetscherschule angebotene Ausbildungsform mit staatlicher Prüfung ist in Nordrhein-Westfalen einmalig. Die Prüfungsleistungen beinhalten sowohl Wirtschaftssprache als auch den Nachweis über fundierte Kenntnisse im allgemeinsprachlichen Übersetzen. Übersetzer und Dolmetscher mit staatlicher Prüfung haben daher in verschiedenen Branchen gute Job-Perspektiven, weil sie über zusätzliches Wissen aus Politik und Kultur verfügen.
Die angehenden Übersetzer lernen auf hohem Niveau in vier Semestern Vollzeitunterricht die Techniken des Übersetzens in der gewählten Fremdsprache und können eine Zweitsprache belegen. Die muttersprachlichen Lehrkräfte legen großen Wert auf die Landeskunde, vermitteln zudem den sicheren Umgang mit sprachlich-fachlichen Hilfsmedien und der Bürokommunikation. Sprachlich gute Schüler können parallel im dritten Semester zusätzlich die Ausbildung zum Dolmetscher starten. Die Vollzeitausbildung kann auf Antrag mit öffentlichen Mitteln wie BAföG gefördert werden.
Das RBZ Köln ist seit 40 Jahren im Bereich Ausbildung und Studium tätig und engagiert sich als gemeinnützige Institution im Verbund der Rheinischen Stiftung für Bildung, Wissenschaft und berufliche Integration. Zu den Bildungspartnern gehören unter anderem die Rheinische Akademie Köln und Rheinische Fachhochschule Köln.
www.dolmetscherschule-koeln.de
[Text: Beatrix Polgar-Stüwe. Quelle: Pressemitteilung Dolmetscherschule Köln, 2011-06-21.]
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Delfin 4: Kinderarmut für Sprachdefizite verantwortlich
10.5.2011 von Jessica Antosik.
Delfin 4 ist ein Akronym. Es steht für Diagnostik, Elternarbeit, Förderung der Sprachkompetenz In Nordrhein-Westfalen bei 4-Jährigen. Dabei handelt es sich um einen verbindlichen Sprachtest, der im Februar 2004 präsentiert wurde und seit März 2007 in Nordrhein-Westfalen vorgeschrieben ist. Entwickelt wurde die Methodik von der Pädagogin Prof. Dr. Lilian Fried an der Technischen Universität Dortmund. Erfasst werden sowohl Kinder in Tageseinrichtung als auch Kinder, die diese nicht besuchen. Delfin 4 setzt an der wissenschaftlichen Erkenntnis an, dass Kinder in diesem Alter die wesentlichen Phasen des Spracherwerbs durchlaufen haben. Auf spielerische Weise wird bei dem zweistufigen Verfahren die Sprachkompetenz und damit schließlich die Schulfähigkeit von Kindern zwei Jahre vor der Einschulung überprüft. Phase 1 steht unter dem Motto „Besuch im Zoo“ und ähnelt dem Gesellschaftsspiel “Mensch ärgere dich nicht”. Hierbei wird in etwa 25 Minuten der Sprachstand der Kinder in Vierergruppen getestet. Das Ziel ist es, sprachlich auffällige Vierjährige festzustellen. Die Aufgabentypen sehen wie folgt aus:
1. Morpho-Syntax: Sätze nachsprechen
2. Lexik-Semantik: Handlungsanweisungen ausführen
3. Metasprache/Arbeitsgedächtnis: Kunstwörter nachsprechen
4. Pragmatik: Erzählen einer Bildergeschichte
Die Erzieherinnen dokumentieren die Ergebnisse und entscheiden anschließend, ob ein Kind in der Stufe 2 (Besuch im Pfiffikus-Haus) weiter und einzeln untersucht werden. Hier ist nun das Ziel, förderbedürftige Kinder festzustellen.
In dieser Phase sind die Aufgabentypen Folgende:
1. Phonologische Sensitivität: Arbeitsgedächtnis, Reime, Silben
2. Lexik/Semantik: Wörter produzieren, verstehen, Oberbegriffe
3. Morpho-Syntax: Sätze nachsprechen, Pluralbildung (sinnvolle/-freie), W-Fragen
4. Narration: Nacherzählen einer Bildergeschichte
Sind Defizite vorhanden, ist eine weitere, verbindlich Sprachförderung vorgesehen. Pro Kind und Jahr werden dafür 340 Euro zur Verfügung gestellt. Die Förderung findet in Kindertagesstätten statt.
Im Februar 2010 ist Delfin 4 auch in Sachsen-Anhalt gestartet. Dort wird der Sprachtest kontrovers diskutiert.
Nun hat die Stadt Köln die Zahlen der “Delfin”-Erhebung veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen Unterschiede zwischen armen und reichen Stadtteilen. Fast 30 % der Kölner Vierjährigen haben einen Förderbedarf. In den Jahren 2009 und 2010 wurden insgesamt 18.500 Kinder in Kindertagesstätten von Grundschullehrern begutachtet. Hierbei fällt der Zusammenhang zwischen der sozialen Lage von Familien und den Bildungschancen ihrer Kinder deutlich auf. Insbesondere Kinder, die in Hartz-IV-Familien aufwachsen, haben große Probleme, sich auszudrücken. In Stadtteilen, in denen der Anteil der Kleinkinder in Hartz-IV-Familien mehr als ein Drittel beträgt, müssen 40 bzw. 64 % am Sprachförderunterricht teilnehmen.
40 % der geförderten Kinder stammen aus Familien, in denen nicht Deutsch gesprochen wird. Allerdings bedeutet Deutsch als Familiensprache nicht zwangsläufig, dass die Kinder über ausreichende Sprachkompetenzen verfügen: 21 % der Vierjährigen aus Familien, in denen überwiegend Deutsch gesprochen wird, zeigten bei dem “Delfin”-Test Defizite. 29 % der Kinder, die zweisprachig aufwachsen, benötigen eine Sprachförderung.
Somit “[begünstigen] gerade schwierige soziale Verhältnisse Sprachdefizite”, so der Bericht. Der Migrationshintergrund und die Familiensprache seien dennoch nicht allein schuld an der höheren Sprachförderquote. Experten zufolge “[sind die Sprachprobleme] primär auf die soziale Herkunft der Familie zurückzuführen”. Dies bedeutet, dass es in den Familien an Kommunikation, Abwechslung und Herausforderung fehlt und die Kinder ihre Freizeit hauptsächlich mit Fernsehen und Computer- bzw. Playstation-Spielen verbringen.
Um die Kinder zu fordern und zu fördern, wird die Erweiterung des mehrsprachigen Angebots empfohlen, weil Kinder mit Migrationshintergrund meist schnell der deutschen Sprache mächtig werden, auch wenn zu Hause kein Deutsch gesprochen wird.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: ukaachen.de; ksta.de, 03.05.2011: wikipedia.de. Bild: mfkjks.nrw.de.]
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