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Archiv der Kategorie Literaturübersetzer
Silikon und Sprengstoff in Steve-Jobs-Biografie: Turbo-Eindeutschung durch sechs Übersetzer misslungen?
16.1.2012 von Nina Neumann.
Sie hat Tausende Gabentische geschmückt und steht seit Wochen an der Spitze der Bestsellerlisten: die Biografie des Apple-Gründers Steve Jobs. Ein großer Buchversand beschreibt das Werk als „Die Biografie des Jahres über einen der revolutionärsten Entwickler der Welt“. Gleich im ersten von 41 Kapiteln der ersten Auflage findet der Leser merkwürdige Sätze wie: „Für Steve Jobs beginnt der Aufstieg zum strahlenden Olymp der Erfinder mit dem Bericht über zwei Elternpaare und die Kindheit in einem Tal, das gerade lernte, wie man Silikon in Gold verwandelt.“ Sein Aufstieg beginnt mit dem Bericht über zwei Elternpaare? Ein Tal, in dem Silikon in Gold verwandelt wird? Nicht ausgeschlossen, dass bei dem einen oder anderen Leser jetzt Bilder von auffallend üppig bestückten Blondinen durch den Kopf spuken. Nein, in der Biografie geht es gewiss nicht um San Fernando Valley. Das liebliche Tal im Nordwesten von Los Angeles wird wegen der dort ansässigen Pornofilmindustrie auch „Silicone Valley“ genannt. Der Buchstabe „e“ macht den entscheidenden Unterschied, trennt High Tech von Schmuddelecke.
Falsche Freunde
Wie kann so etwas passieren, in einem der größten Verlage der Welt bei der „Veröffentlichung des Jahres“? Dazu Übersetzer Alexander Heyne: „Das englische silicon (Silizium) und der deutsche Begriff Silikon sind sogenannte ‘falsche Freunde’, auf die man schon im Übersetzerstudium hingewiesen wird. Kein halbwegs versierter technischer Übersetzer würde darüber stolpern. Ich vermute, dass bei der Übertragung ins Deutsche großer Zeitdruck herrschte. Die ungewöhnlich hohe Zahl von sechs Übersetzern ist ein Indiz dafür.“
Das hat sie wirklich fertiggemacht
Ein Einzelfall auf einer von über 700 Seiten? Keineswegs. Kapitel für Kapitel werden weitere sprachliche Salven abgefeuert. Über Steve Jobs’ Schulzeit und gewisse „Streiche“ erfährt man: „Einmal brachten wir unter dem Stuhl unserer Lehrerin Mrs. Thurman Sprengstoff an. Das hat sie wirklich fertiggemacht.” Autor Walter Isaacson schrieb im Original: “One time we set off an explosive under the chair of our teacher, Mrs. Thurman. We gave her a nervous twitch.” Die Technik-Ikone, der iGod befestigte Sprengstoff am Stuhl seiner Lehrerin? Und er zündete („set off“) die Ladung sogar? Und warum musste er nicht den Rest seines Lebens in einem Hochsicherheitstrakt verbringen?
Alexander Heyne: „Bei dem ‘Sprengstoff’ wird es sich wohl um einen simplen Knallkörper gehandelt haben. Und das Auftauchen von Jobs und seinem Mitschüler ließen die Lehrerin jedes Mal zusammenzucken. Eine andere Dimension als der im Buch verwendete Begriff ‘fertigmachen’“.
Übersetzen oder Worte tauschen?
Jobs Ehefrau Laurene ermutigte den Autor der Biografie, die Stärken und Schwächen ihres Mannes ehrlich zu beschreiben. Steve Jobs und Walter Isaacson kennen sich seit 1984. Isaacson hat bereits Biografien über Benjamin Franklin und Albert Einstein verfasst.
Die Voraussetzungen für „die Biografie des Jahres“ konnten also kaum besser sein. Und was finden wir im Ergebnis vor? Bei der Lektüre der deutschen Fassung muss sich der Leser durch lange Bandwurmsätze quälen. Der Stil wirkt abgehackt. Zu oft wurde einfach nur wörtlich übersetzt. Satz steht neben Satz. Ein stilistisch schöner Fluss aufgeschriebener Gedanken bleibt Fehlanzeige. Die Steve-Jobs-Biografie macht uns sehr deutlich bewusst, dass zwischen uns als Leser und dem Autor noch eine weitere, ungemein wichtige Instanz steht: der Übersetzer.
Alexander Heyne: „Übersetzen ist weit mehr als der Wortaustausch von einer Sprache in die andere. Ein professioneller Übersetzer kennt sich im Thema aus und steigt entsprechend tief in den Inhalt des Werks ein. Weil Übersetzungen immer persönlich geprägt sind, muss ein einheitlicher Stil bei Teamarbeiten durch ein nachfolgendes Lektorat und Korrektorat gesichert werden. Das Aufteilen von Übersetzungsarbeiten bleibt aber immer zweite Wahl.“
Der Silikon-Schnitzer wurde übrigens in der zweiten Auflage der Biografie behoben. Den 250.000 Besitzern des deutschen Erstdrucks bleibt dieser Fehler mit Klassiker-Potenzial erhalten.
Über den Autor:
Alexander Heyne ist Diplom-Übersetzer und arbeitet in Leipzig. Im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ), Landesverband Sachsen, engagiert er sich als Pressesprecher. Der BDÜ ist der größte Berufsverband der sprachmittelnden Berufe in Deutschland und deren Spitzenorganisation (www.bdue.de).
Ergänzende Hinweise von uepo.de:
Der Bertelsmann Verlag hatte für die Übersetzung der 704 Seiten starken Biografie sechs Übersetzer gleichzeitig eingespannt, bei denen es sich aber offenbar ausnahmslos um erfahrene Buchübersetzer handelt: Antoinette Gittinger, Oliver Grasmück, Dagmar Mallett, Elfi Martin, Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck. Ein Blick ins Buch ist auf der Verlagswebsite möglich.
[Text: Alexander Heyne. Quelle: Pressemitteilung BDÜ Sachsen, 09.01.2012. Bild: Bertelsmann.]
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Stadt Straelen will Zuschuss für Europäisches Übersetzer-Kollegium streichen
14.1.2012 von Richard Schneider.
Die Stadt Straelen muss sparen. Bürgermeister Jörg Langemeyer will deshalb die finanzielle Unterstützung für das in der linksrheinischen Kleinstadt ansässige Europäische Übersetzer-Kollegium (EÜK) in Höhe von jährlich 54.500 Euro in spätestens fünf Jahren auf Null zurückfahren.
Nach Angaben von EÜK-Geschäftsführerin Karin Heinz macht der städtische Zuschuss rund 15 Prozent des EÜK-Etats aus. Sie kenne den Kürzungsvorschlag, wolle diesen aber nicht kommentieren, solange die Verhandlungen liefen. Gegenüber der Rheinischen Post wies Heinz darauf hin, dass das EÜK eine Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen sei und das Land für sein Engagement auch einen Beitrag der Stadt erwarte.
Mehr zum Europäischen Übersetzer-Kollegium auf uepo.de
2010-08-26: EÜK Straelen: Juli Zeh trifft ihre Übersetzer
2099-05-03: Straelen: Ingo Schulze trifft 19 Übersetzer
2008-02-02: „Optimale Arbeitsbedingungen und Ruhe“ – Das Europäische Übersetzer-Kollegium Straelen wird 30
2005-06-01: „Bewohnbare Bibliothek“ – taz berichtet über Europäisches Übersetzerkollegium in Straelen
2003-02-28: „Ein Paradies für Übersetzer. Weltweit.“ – Das Europäische Übersetzer-Kollegium in Straelen
[Text: Richard Schneider. Quelle: Rheinische Post, 2011-01-14.]
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Literaturübersetzungen sind eine wunderbare Sache, wenn man nicht davon leben muss…
7.1.2012 von Nina Neumann.
Der Übersetzer Martin Pollack berichtet dem Goethe Institut in Polen über seine Arbeit als Literaturübersetzer:
Können Sie vom Übersetzen leben?
Martin Pollack: „Ich weiß es nicht, das habe ich noch nie versucht. Zuerst habe ich als Redakteur gearbeitet, jetzt bin ich als Autor tätig. Ich glaube eigentlich schon, dass ich von den Übersetzungen leben könnte, wenn ich kein Leben in Luxus anstrebe, was ich ohnehin nicht tue. Ich lebe auf dem Land, da braucht man nicht viel, vom Frühjahr bis Herbst bin ich weitgehend Selbstversorger, Obst, Gemüse, alles aus eigenem Anbau. … Aber das ändert nichts daran, dass Übersetzungen skandalös schlecht bezahlt werden, jeder Handwerker würde lachen, wenn man ihm eine solche Bezahlung anböte.“
Wie sind Sie zum Übersetzen gekommen?
Karolina Bikont: „Das war der natürliche Lauf der Dinge – ich war zweisprachig. Im Alter von sechs Jahren befand ich mich in Berlin, ich besuchte die erste Klasse einer deutschen Grundschule, … Acht Jahre später kehrte ich nach Polen zurück und ging dort auf das polnische Gymnasium. Das Problem der Sprache begleitete mich also seit meiner Kindheit, ich erinnere mich, wie meine Zunge – das Sprechwerkzeug – nach jeder Abreise oder Rückkehr zwei Tage benötigte, um sich an die anderen Bewegungen in der Mundhöhle zu gewöhnen; in Polen schien sie zu groß und allzu faul zu sein, in Deutschland dagegen wollte sie sich anfangs nicht so verbiegen, wie sie sollte.“
Welche Rolle spielt für Ihre Arbeit ein Gespräch mit dem Autor?
Karolina Niedenthal: „Es interessiert mich sehr, was für Menschen die von mir übersetzten Autoren sind, ich lese Interviews mit ihnen, verfolge ihre offiziellen Aussagen. Ich bemühe mich immer, soweit das möglich ist, einen direkten Kontakt mit dem Autor des Buches herzustellen, das ich gerade übersetze. Wenn ich dann am Text arbeite, kann ich mich mit verschiedenen Problemen an ihn wenden. Meine bisherigen Autoren waren mir immer sehr freundlich gesinnt und stets bereit, zu helfen. Ich muss allerdings gestehen, dass ich nur dann wage, ihnen die Zeit zu rauben, wenn ich wirklich nicht mehr weiter weiß.“
Bei welchem deutschen Text, den Sie übersetzt haben, war für Sie die kulturelle Distanz am deutlichsten spürbar?
Ryszard Wojnakowski :„Ganz sicher bei einem der ersten Romane, den ich übersetzt habe. Dessen Autor war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Übersetzer aus romanischen Sprachen, der Text gespickt mit gelehrtem Wissen, Zitaten und Kunststücken (Einschüben) in verschiedenen Sprachen. Ich meine Alexanders neue Welten von Fritz Rudolf Fries. Vielleicht hatte ich deswegen so große Schwierigkeiten, weil die Systemähnlichkeiten zwischen der DDR und der Volksrepublik Polen sich nur unvollkommen im literarischen und Lebensalltag niederschlugen…“
Wie sind Sie zum Übersetzen gekommen?
Sven Sellmer: „Mitte der neunziger Jahre wohnte ich für einige Zeit in Posen und war dort einer der ganz wenigen deutschen Muttersprachler mit guten Polnischkenntnissen. Mehr oder weniger zufällig bekam ich über verschiedene Kontakte erst kleinere, dann auch größere Aufträge, anfangs vor allem aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich. Ich bin also in dieses Tätigkeitsfeld eher hineingerutscht, habe die Rutschfahrt aber als sehr anregend empfunden und bin aus diesem Grunde dabei geblieben.“
Bei welchem polnischen Text, den Sie übersetzt haben, war für Sie die kulturelle Distanz am deutlichsten spürbar?
Benjamin Voelkel: „Wenn ich von meiner eigenen Wahrnehmung ausgehe, verläuft kulturelle Distanz heute nicht zwingend entlang nationaler oder ethnischer Grenzen, sondern ebenso entlang sozialer und religiöser Gruppen oder regionaler Besonderheiten. Das hat wohl damit zu tun, dass man die Grenze immer dort wahrnimmt, wo man es mit etwas Neuem und Unbekanntem zu tun hat.“
weitere Informationen gibt es unter: www.goethe.de
[Text: Goethe Institut Polen. Quelle: Mitteilunf Goethe Institut, 17.1.2011]
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Interview mit Václav Havels deutschem Übersetzer Joachim Bruss
1.1.2012 von Richard Schneider.
“Die Sprache, ihre Kraft, die Dinge in Gang zu setzen, die Macht des Wortes – das waren für Václav Havel immer große und wichtige Themen. Der Übersetzer Joachim Bruss hat Havels Worte und Texte in die deutsche Sprache übertragen. Radio Prag hat Joachim Bruss, heute Ko-Vorsitzender des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, […] ans Mikrophon gebeten.” So beginnt ein Beitrag von Radio Prag über den deutschen Übersetzer des tschechischen Schriftstellers und ehemaligen Staatspräsidenten Václav Havel, der am 18. Dezember 2011 verstarb. Bruss hat Havel auch bei politischen Auftritten als Dolmetscher begleitet.
Havel habe mehr Deutsch verstanden, als er je zugegeben habe, so Bruss. Er sei aber keiner der Autoren gewesen, die das Bedürfnis hatten, weitgehend in die Texte ihrer Übersetzer einzugreifen. Der erste Text, den er von Havel übersetzt habe, sei 1982 ein Interview gewesen, das Havel nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis gegeben habe. Havel hatte seit 1968 in der Tschechoslowakei Auftritts- und Publikationsverbot. Deshalb kam den Übersetzungen eine besondere Bedeutung zu. Die Werke des Regimekritikers wurden vollständig in Deutschland im Rowohlt-Verlag veröffentlicht. Joachim Bruss ist Havel zuletzt bei dessen Feier zum 75. Geburtstag begegnet. “Er meinte, er sei wieder dabei, ein Stück zu schreiben, damit ich etwas zu tun hätte. Da hab ich mich natürlich auch darauf gefreut, dass es dazu wieder kommen würde, aber das wird es nun nicht …“, so Bruss.
Das vollständige Gespräch können Sie auf der deutschsprachigen Website von Radio Prag lesen und anhören.
[Text: Richard Schneider. Quelle: Radio Prag, 2011-12-23. Bild: Rowohlt.]
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Umberto Eco lobt Exaktheit seiner Übersetzer
10.12.2011 von Richard Schneider.
Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat Dirk Schümer in Mailand mit Umberto Eco gesprochen – unter anderem über seinen aktuellen Roman Der Friedhof in Prag. Der 79-jährige Semiotik-Professor an der Universität Bologna ist als Freund der Übersetzer bekannt. Auf vielen Übersetzer-Websites prangt sein Ausspruch „Die Sprache Europas ist die Übersetzung“. Im Lauf des Gesprächs lobt Eco einmal mehr die Arbeit seiner Übersetzer:
Gerade, so erzählt er, hat sich die lettische (oder war es die estnische?) Übersetzerin gemeldet: Er hat irgendeinen Tag des Jahres 1864 zu einem Montag gemacht, doch nach dem ewigen Kalender war es ein Dienstag. Ewiger Kalender? Da muss man erst mal drauf kommen. Ecos Hochachtung vor der Exaktheit seiner Übersetzer und Ausleger (zumal der baltischen) ist schwer zu überbieten, seit er im Vorjahr eine überarbeitete Version von „Der Name der Rose“ herausbrachte. „Stellen Sie sich vor, da kommt ein Kürbis vor. Aber Kürbisse gab es im Mittelalter in Europa nicht.“ Was er an Stelle des Kürbisses eingesetzt hat? Gestrichen hat er das neumodische Gemüse. Basta.
[…] da kommt der portugiesische (oder war es der katalanische?) Übersetzer des frischen Romans und weist nach, dass die Straße, in der Ecos Erzähler sein Unwesen treibt, damals anders hieß. […] Jetzt muss er auf der ersten Seite eine Rue d’Amboise einfügen, damit die Geographie stimmt.
[Text: Richard Schneider. Quelle: FAZ, 2011-08-01.]
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Frank Günther: “Das Problem beim Shakespeare-Übersetzen ist, dass man nicht schreiend wegläuft.”
28.10.2011 von Jessica Antosik.
Seit über 30 Jahren betreibt Frank Günther eine übersetzerische Herkulesaufgabe: die komplette Übertragung der Werke von William Shakespeare (Bild rechts) ins Deutsche. Die Übersetzung von Shakespeares Stücken und Sonetten ist Frank Günthers Lebenswerk. Seine Arbeit wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: 2001 erhielt er den Christoph-Martin-Wieland-Preis für Übersetzer, 2006 den Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis. Im Herbst 2007 wurde Günther von einer Jury aus Vertretern des Deutschen Übersetzerfonds und des Peter-Szondi-Instituts der Freien Universität Berlin zum ersten Inhaber des neuen Lehrstuhls “Poetik der Übersetzung” gewählt. Im Februar 2011 bekam Günther von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt den mit 15.000 Euro dotierten Johann-Heinrich-Voß-Preis für seine Übersetzung des Gesamtwerks von William Shakespeare. Bei dem “Mammutprojekt”, das der 63-Jährige in den 1970er-Jahren begonnen hat und bis 2014 abschließen will, habe er stets sprachlichen Einfallsreichtum und philologische, theaterpraktische und kritische Kompetenz bewiesen. “Günthers Übertragungen sind eine lustvolle Polyphonie der Stile, die sich immer als lebendige Neuentdeckung Shakespeares für unsere Zeit verstehen”, hieß es in einer Pressemitteilung.
Der im Jahre 1947 geborene Günther wuchs in Wiesbaden auf. Nach einem Studium der Anglistik, Germanistik und Theatergeschichte in Mainz und Bochum war er bis 1974 als Regieassistent und Regisseur an mehreren Theatern tätig, u. a. in Bochum, Heidelberg, Bielefeld, Basel und Wiesbaden. Bereits während seiner Theatertätigkeit übersetzte er neue und alte dramatische Werke ins Deutsche. 1995 erschienen die ersten Shakespeare-Übersetzungen bei dtv, seit 2000 erscheint eine bibliophile Ausgabe im Verlag ars vivendi. 2005 hatte Günther bereits 33 Bände seiner Neuübersetzung fertiggestellt, 2009 sollte der letzte der insgesamt 39 Bände veröffentlicht werden. Doch der letzte Band lässt wahrscheinlich noch bis 2013 auf sich warten. Damit wäre Günther der erste Mensch, der alle Werke Shakespeares allein ins Deutsche übersetzt hat. Seine Übersetzungen werden auf nahezu allen deutschsprachigen Bühnen aufgeführt.
In einem Interview mit dem Deutschlandradio berichtete Günther über die Arbeit mit den Texten des Dichtergenies Shakespeare und begründete sein Durchhaltevermögen bei der Übersetzung mit “Faszination am Text”. Doch er wendet ein: “Das Problem beim Shakespeare-Übersetzen ist, dass man nicht schreiend wegläuft.” Weitere Auszüge:
Sie arbeiten ja mindestens in zwei Übersetzungen. Sie müssen einmal alte in neue Sprachen übersetzen und Sie müssen einmal Englisch ins Deutsche übertragen. Also möglicherweise auch in ein modernes Deutsch. Was sind dabei die größten Probleme?
Die Probleme liegen darin, dass man nicht zu neu wird. Und die Probleme darin, dass man nicht zu alt bleibt. Das hat ja keinen Sinn, Shakespeare in Strumpfhosen-Duktus zu übersetzen. […] Es darf nicht zu altmodisch sein. Andererseits spielen Shakespeares Stücke nicht in der Tiefgarage vom nächsten Baumarkt. […] Man muss also eine eigene Sprache, einen eigenen Sprachduktus finden, um mit diesem alten Original zurechtzukommen.
Sie haben sich ja wahnsinnig viel mit den Shakespeare-Texten beschäftigt. Hat man irgendwann ein Verständnis für Shakespeares Sprache, wie er so tickt? Oder ist das sehr unterschiedlich von Stück zu Stück und man muss es wirklich immer neu denken?
Man muss es schon immer neu denken. Zum Beispiel verstehe ich [eins seiner letzten Stücke] fast nicht mehr. […] Die Sprache ist so verknappt, verkürzt, gedrängt, verkneult, verknotet, dass man manche Sätze praktisch mit Papier und Bleistift analysieren muss, um erst einmal hinter den Sinn zu kommen. Also ein ganz anderer Shakespeare findet in diesen späten Stücken statt als in den Stücken aus den mittleren Jahren. Schon muss man sich wieder überlegen: Was fängt man damit an? Was macht man mit dieser verknoteten, kaum verständlichen Sprache? Wie macht man das jetzt sehr verständlich im Deutschen? Also übersetzt/löst man es auf in simple Verständlichkeit oder lässt man es so verknotet, wie es im Original ist?
Das Gespräch können Sie sich auf der Website des Deutschlandradios anhören.
[Text: Jessica Antosik. Quelle: dradio.de, 8.09.2011; 3sat.de, 22.02.2011; boersenblatt.net, 22.02.2011; tagesspiegel.de, 9.02.2008. Bild: wikipedia.de.]
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Weltempfang eröffnet: Das geheime Herz der Buchmesse
13.10.2011 von Richard Schneider.
„Das geheime Herz“ der Frankfurter Buchmesse sei der Stand „Weltempfang – Zentrum für Politik, Literatur und Übersetzung“. Das sagte Buchmesse-Chef Juergen Boos am 12.10.2011 bei der offiziellen Eröffnung. Und Uwe Heye (Bild unten) vom Auswärtigen Amt fügte hinzu, dass ohne das „großartiges Tun“ der Literaturübersetzer wichtige Werke verborgen blieben. Ihr Wirken sei „von unschätzbarem Wert“ für die kulturelle Diplomatie.
Hauptredner der Eröffnungsveranstaltung war der kanadische Romanautor und Essayist John Ralston Saul (Bild rechts oben), Präsident der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N. (poets essayists novelists). Auch er würdigte in seinem lockeren und humorvollen, aber auch mahnenden Vortrag im Namen der Schriftsteller die Arbeit der Literaturübersetzer: „Unsere Gottheit ist der Turm von Babel.“
Im Programmheft des Weltempfangs weist Tobias Voss (Bild rechts Mitte), Leiter der internationalen Abteilung der Frankfurter Buchmesse und Projektleiter Weltempfang, auf die Bedeutung des Übersetzens hin: „Die gegenseitige Durchdringung von Kulturräumen führt auch zu neuen Formen und Themen künstlerischer Artikulation. Dabei sind die Übersetzer wichtige Katalysatoren des kulturellen Austauschs: Sie ermöglichen die Wahrnehmung des Fremden in der Form der hier oder dort bekannten Sprache. Aus diesem Grund sind auch die Themen des Übersetzens ein zentrales Anliegen des Weltempfangs, was natürlich auch seinen Niederschlag in der Programmgestaltung findet.“
Einige der dieses Jahr behandelten Themen: Tropfen auf heißem Stein: Übersetzerförderung in Europa; Literatur in Zeiten der Globalisierung - nur noch Einheitsbrei?; Der Gläserne Übersetzer (man kann Übersetzern bei der Arbeit zuschauen); Übersetzen oder die Kunst des Unmöglichen: Gesprächsrunde zum deutsch-türkischen und türkisch-deutschen Übersetzen; Interkulturellen Hürden bei Fachübersetzungen; Abenteuer Übersetzung (Slowakisch, Tschechisch, Deutsch); Übersetzungen schaffen Weltliteratur - Finnegans Liste 2012; Bücher übersetzen, Brücken schlagen (Ungarisch, Deutsch); Isländische Literatur übersetzen … Erfahrungen aus einem Länderdreieck.
Der mit zwei Veranstaltungebereichen und einem Café großzügig bemessene Stand Weltempfang wird von der Frankfurter Buchmesse und dem Auswärtigen Amt finanziert. Für die inhaltliche Ausgestaltung sorgen der Literaturübersetzerverband VdÜ, der Fachübersetzerverband BDÜ und weitere Branchenorganisationen. Das Veranstaltungsprogramm am Weltempfang umfasst 41 Vorträge, Podiumsdiskussionen und Lesungen. Sie können das Programmheft hier im Übersetzerportal als PDF-Datei herunterladen.

[Text: Richard Schneider. Bild: Richard Schneider.]
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Welt am Sonntag: “Erhebliches Gewaltpotenzial in Übersetzerszene”
6.10.2011 von Nina Neumann.

Am 30. September war Weltübersetzertag. Und das bereits zum 21. Mal. Innerhalb der Übersetzungsbranche hat sich das inzwischen durch die alljährlichen Pressemitteilungen der Übersetzerverbände und Hinweise in Fachmedien wie uepo.de zumindest halbwegs herumgesprochen.
Ebenso erstaunlich wie erfreulich ist, dass sich mit der Welt am Sonntag auch eine große überregionale Zeitung des Themas angenommen hat. Der Autor Konstantin Richter weist auf den „karitativen Charakter“ der Veranstaltung hin. Es gehe darum, eine Gruppe von Leuten zu würdigen, die allzu oft übersehen werde. Übersetzer gingen einer anspruchsvollen Arbeit nach, würden aber oft behandelt „wie Raumpflegepersonal“. Die meisten Literaturübersetzer würden lediglich ein Monatseinkommen von 1000 Euro erzielen. Deren Elend wäre nur halb so groß, „wenn sie für ihre Dienstleistungen angemessen bezahlt würden“, so der Feuilletonist. Mit einem Augenzwinkern weist er darauf hin, dass in der Branche eine Zeitbombe tickt:
Man kann also davon ausgehen, dass in der Übersetzerszene ein erhebliches Gewaltpotenzial vorhanden ist. Kaum eine andere Bevölkerungsgruppe ist in den letzten Jahrzehnten tiefer gedemütigt worden, und es ist unwahrscheinlich, dass der Übersetzertag immer so friedlich ablaufen wird wie dieses Mal. Im schlimmsten Fall wird der 30. September zum 1. Mai des Literaturbetriebs. Mit geballten Fäusten laufen sie durch gehobene Wohnviertel, fackeln Verlegerautos ab und skandieren: „Ohne uns keine Weltliteratur!“ Oder sie knüppeln Kritiker nieder, die den neuen Vargas Llosa gelobt haben, ohne den Übersetzer zu nennen. Das muss um jeden Preis verhindert werden.
Den vollständigen Artikel können Sie auf der Website der Welt am Sonntag lesen.
[Text: Nina Neumann. Quelle: Welt am Sonntag, 02.10.2011. Bild: Eisenhans/Fotolia.de.]
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Frankfurter Buchmesse: “Weltempfang” wieder mit vollem Programm
25.9.2011 von Nina Neumann.
Aus dem “Internationalen Zentrum” und dem “Übersetzer-Zentrum” der Frankfurter Buchmesse wurde 2010 eins: der “Weltempfang - Zentrum für Politik, Literatur und Übersetzung”. Der Name für das neue Zentrum ist Programm. Im Weltempfang wird es auch in diesem Jahr wieder Lesungen, Diskussionen und Veranstaltungen mit internationalen Autoren, Intellektuellen und Übersetzern geben. Thematische Schwerpunkte sind “Migration” und “Social Media - Chancen und Risiken”.
Den Weltempfang finden Sie in Halle 5.0, D963. Er umfasst eine große Bühne für Podiumsdiskussionen und publikumsstarke Veranstaltungen sowie einen Salon für Fachdiskussionen und literarische Begegnungen. Abgerundet wird das Areal vom Café-Bereich, der zum Weiterdiskutieren, Verabreden oder Ausruhen einlädt.
Die beteiligten Organisationen
Der Weltempfang - Zentrum für Politik, Literatur und Übersetzung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Frankfurter Buchmesse und des Auswärtigen Amts. Es fördert zusammen mit Organisationen der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik den internationalen Kulturaustausch und Wissenstransfer.
Mit eigenen Ständen vertreten sind: Das Institut für Auslandsbeziehungen, das Deutsche Kulturforum östliches Europa, das Goethe-Institut, das Institut français d’histoire en Allemagne sowie das Instituto Cervantes. Außerdem sind die Übersetzerverbände VdÜ (Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e.V.) und BDÜ (Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V.) mit Ständen präsent. An der Informationstheke können Übersetzer sich im Who’s Who der Frankfurter Buchmesse registrieren.
Auf dem Areal des Weltempfangs sind Verleger aus dem Süden der Welt vertreten. Die ausgewählten Gäste der Frankfurter Buchmesse und des Auswärtigen Amts stellen hier die Buchproduktion ihrer Heimatländer vor.
Das vollständige Veranstaltungsprogramm mit insgesamt 41 Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Lesungen können Sie hier im Übersetzerportal als PDF-Datei herunterladen. Impressionen vom “Weltempfang” des vergangenen Jahres vermittelt der folgende Artikel (mit 24 Fotos): Gelungene Premiere: Der “Weltempfang” auf der Frankfurter Buchmesse.
Die Frankfurter Buchmesse findet dieses Jahr vom 12. bis 16. Oktober 2011 statt (Mittwoch bis Sonntag). Ehrengast ist Island.
[Text: Frankfurter Buchmesse. Quelle: Pressemitteilungen Frankfurter Buchmesse. Bild: Richard Schneider.]
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Neuübersetzung der Isländersagas ins Deutsche
21.9.2011 von Jessica Antosik.
Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse (Ehrengast ist dieses Jahr Island) ist in diesen Tagen eine vierbändige, mehrere tausend Seiten umfassende Neuübersetzung der mittelalterlichen Isländersagas (”Íslendingasögur”) erschienen. Die Isländersagas gelten wie die Epen Homers oder das Werk Shakespeares als Schatz der Weltliteratur. Sie waren für Island über Jahrhunderte hinweg wichtig für die Identitätsfindung. Sogar der isländische Präsident hat in einem Interview einmal gesagt: “Sie haben uns zu einem Volk gemacht.” Noch heute identifizieren sich viele Isländer mit den Heldengeschichten, in denen es keine Klassenunterschiede gibt. Schließlich könnte es sich bei den Figuren um entfernte Verwandte handeln. Dies ist bei einem Land mit etwa 320.000 Einwohnern gar nicht mal so abwegig. Arthúr Björgvin Bollason, heute in Frankfurt lebender Buchautor und Übersetzer, war lange Zeit Leiter des Saga-Zentrums im Süden Islands. “Die Sagas haben dazu beigetragen, dass die Menschen mehr Freude am Leben hatten. Sie wurden tradiert von einer Generation zur anderen und spielten im Alltag eine Rolle, weil das Erzählen als eine Art Glück, eine Art Unterhaltung immer sehr groß geschrieben wurde. Es gab nicht so viel Unterhaltung damals.”
In der europäischen Literatur sind die Sagas einzig: Nirgendwo anders entstand eine solche spannende, in der Volkssprache abgefasste Prosaliteratur. Die Sagas spielen in der Zeit zwischen den Jahren 930 und 1050. Niedergeschrieben wurden sie von unbekannten Verfassern im 13. und 14. Jahrhundert auf präparierten Kalbshäuten. Die Sagas der neuen S. Fischer Edition erzählen vom Leben der ersten Siedler auf Island, von der Landnahme im späten neunten und frühen zehnten Jahrhundert, ihren Hofgründungen, Familienfehden und Rechtsstreitigkeiten. Sie handeln von ihren Fahrten, die nach Schottland, England und bis nach Rom führten, und nicht zuletzt zu dem legendär rauen Ruf der Isländer beitrugen, denn es ging dabei nicht immer friedlich zu. Die Helden sind nämlich oftmals listig und eigensinnig zugleich. Die bekannten Sagas wie die von den Menschen im Laxárdal oder von dem großen Helden Grettir fehlen ebenso wenig wie die “Die Saga von Brennu-Njáll” sowie die Sagas von Vinland und Grönland, die von der ersten europäischen Entdeckung Amerikas berichten.
Die für ein allgemeines Publikum gut verständliche und lesbare sowie umfangreiche Neuübersetzung der 14 an dem Projekt beteiligten Übersetzer bildet einen Höhepunkt im 125-jährigen Jubiläumsjahr des S. Fischer Verlags. Ferner schließt sie eine große Lücke. Islands wichtigster Beitrag zur Weltliteratur wird durch eines der ehrgeizigsten Neuübersetzungsprojekte der letzten Jahrzehnte dem deutschen Lesepublikum wieder zugänglich gemacht. Die Sagas wurden spät übersetzt, man hat Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts begonnen, sie in die englische Sprache zu übertragen. Vor etwa 15 Jahren gab es bei Penguin Classics die erste größere Ausgabe. “Der Missbrauch durch die Nazis hat den Zugang zu den Sagas lange verhindert”, erklärt der Autor Halldór Guðmundsson, der den Auftritt Islands auf der Buchmesse organisiert und den Anstoß zur Neuübersetzung gab. 1936 waren die Sagas in Nazi-Deutschland – dem Rassenwahn vom nordischen Menschen verpflichtet – unter dem Titel “Herrenmenschen im alten Island” erschienen. Aus dem “Fjord” wurde in der Übersetzung die “Förde”. Bei der Eindeutschung wurde sogar vom “Lachsflusstal” gesprochen, wie der deutsch-isländische Schriftsteller Kristof Magnusson weiß. “Man hat eher das Gefühl, die Sagas spielten im Schwarzwald”, sagt er.
Die Neuübersetzungen liegen in vier Bänden vor. Zudem gibt es einen Begleitband der Herausgeber, der in die Welt der Sagas einführt, die Gattung und ihre Geschichte darlegt und in einem umfangreichen Glossar erläutert. Die bei allen Unterschieden durchgehend flüssig übersetzten Texte lassen bei Orts- und Personennamen das Original durchscheinen, indem genuin isländische Buchstaben nicht durch deutsche Letternkombinationen ersetzt werden, und man kann sich unschwer vorstellen, welche Mühe es gekostet haben mag, sich auf editorische Richtlinien zu einigen und diese auch durchzusetzen. Finanzielle Unterstützung kommt von Island. Ferner wurde die Neuübersetzung von der Kunststiftung NRW gefördert.
Die Herausgeber sind Klaus Böldl, Professor für skandinavische Kultur- und Literaturgeschichte des Mittelalters an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, Andreas Vollmer, ehemaliger Lektor für Isländisch an der Humboldt-Universität zu Berlin, und Julia Zernack, Professorin für Skandinavistik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. Es übersetzen Klaus Böldl, Wolfgang Butt, Thomas Esser, Tina Flecken, Johannes Heimeroth, Ursula Gieger, Mathias Kruse, Kristof Magnusson, Kurt Schier, Sabine Schmalzer, Andreas Vollmer, Betty Wahl, Laura Wamhoff, Karl-Ludwig Wetzig.
Es zeichnet sich ab, dass der Auftritt des Ehrengastes Island auf der kommenden Frankfurter Buchmesse sehr eindrucksvoll sein wird. Unter dem Motto “Sagenhaftes Island” wird sich das kleine Land mit der großen Literatur vom 12. bis 16. Oktober 2011 präsentieren. Herzstück der Präsentation sind natürlich die Isländersagas.
Zu den Isländersagas
Die Isländersagas in 4 Bänden mit einem Begleitband
Hrsg. von Klaus Böldl, Andreas Vollmer und Julia Zernack
S. Fischer Verlag
September 2011
Hardcover
98,00 Euro
ISBN: 978-3-10-007629-8
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[Text: Jessica Antosik. Quelle: fischerverlage.de; faz.net, 12.09.2011; fnp.de, 13.09.2011; dw-world.de, 09./13.09.2011. Bild: fischerverlage.de.]
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