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Archiv der Kategorie Gebärdensprachdolmetscher

AIIC nimmt jetzt auch Gebärdensprach-Konferenzdolmetscher auf

AIICDie Mitgliedschaft im Internationalen Verband der Konferenzdolmetscher (AIIC) steht in Zukunft auch Konferenzdolmetschern für Gebärdensprachen offen. Dies ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit und erfolgreicher Gespräche zwischen AIIC und dem Weltverband sowie dem Europäischen Forum für Gebärdensprachendolmetscher (WASLI und EFSLI).

Die AIIC vertritt weltweit ca. 3.000 Konferenzdolmetscher und unterhält ein eigenes Netzwerk für Gebärdensprachen. Die Verbände WASLI und EFSLI fördern die Berufsinteressen der Gebärdensprachendolmetscher. Alle drei Verbände setzen sich für die gleichen beruflichen Ziele ein, z. B. Berufsethik, Vertretung berufsständischer Interessen, Arbeitsbedingungen, Anerkennung des Berufs, Ausbildung und Weiterbildung.

Die Entscheidung zur Aufnahme von Gebärdensprachen-Konferenzdolmetschern fiel mit überwältigender Mehrheit auf der Generalversammlung der AIIC vom 12. bis 15. Januar 2012 in Buenos Aires. Damit haben Gebärdensprachen in der Welt der Konferenzdolmetscher den gleichen Stellenwert wie gesprochene Sprachen.

[Text: AIIC. Quelle: Pressemitteilung AIIC, 2012-01-17. Bild: AIIC.]

Deutschlands einziger gehörloser Professor spricht mit leichtem Akzent Englisch

Etwa 250.000 Deutsche sind schwerhörig, rund 80.000 komplett taub. Einer von ihnen ist Prof. Dr. Christian Rathmann (Bild rechts). Er ist Deutschlands erster und bislang einziger gehörloser Professor für Gebärdensprachlinguistik und Gebärdensprachdolmetschen und geschäftsführender Direktor des Instituts für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser (IDGS) in Hamburg. Und spricht sogar mit einem leichten Akzent Englisch.

Einerseits wird alles, was Rathmann vorträgt, von zwei Gebärdensprachdolmetschern abwechselnd in die deutsche Lautsprache übertragen, da nicht alle Teilnehmer über ausreichende Kenntnisse der Gebärdensprache verfügen. Andererseits werden auch die Fragen bzw. Antworten der Studenten für den gehörlosen Professor verdolmetscht.

Das Thema einer seiner Vorlesung lautete “Baby Signing”. Dabei bringen hörende Eltern ihrem gehörlosen Kleinkind erste Gebärden bei. “Das ist eine regelrechte Mode geworden”, so der 40-Jährige. Hörende Kinder würden zumeist im Alter von zehn Monaten mit dem Sprechen beginnen. Bei gehörlosen Kleinkindern würden die ersten Gebärden bereits einen Monaten früher gelingen. Merkwürdig daran sei, dass das Erlernen der Deutschen Gebärdensprache (DGS) für gehörlose Kinder immer noch nicht selbstverständlich sei. “Wenn festgestellt wird, dass ein Kind eine Hörschädigung hat, dann geht es erstmal in die Audiotherapie, Logopädie oder es wird mit Hörgeräten oder Hör-Implanaten versorgt, aber die Deutsche Gebärdensprache kommt in der Erstberatung so gut wie nicht vor”, erklärt Christian Rathmann.

Nach wie vor gestalte es sich schwierig, der Gesellschaft zu zeigen, dass die Deutsche Gebärdensprache als vollwertige Sprache eine große Bereicherung für die Sprachentwicklung sowie sprachliche Vielfalt darstellt. Gehörlose stoßen stets auf viele Barrieren, sei es beim Zugang zu Bildung, Medien oder im Arbeitsleben.

Christian Rathmann wurde gehörlos geboren und besuchte in Erfurt eine Gehörlosenschule. Seine Eltern hätten ihn nicht ungewöhnlich gefördert, jedoch mit viel Liebe erzogen, sagt er. Wichtig seien auch seine Geschwister gewesen. Rathmann hat die Gebärdensprache nicht von seinen Eltern oder Lehrern gelernt, sondern von Freunden im Kindergarten. Sie lernten Lippen zu lesen und erfanden Worte, wenn ihnen eins fehlte. Wenn Rathmann sich vorstellt, wogt seine Hand am Kopf entlang wie eine Lockenfrisur. Sein Gebärdenname lautet “Haartolle”. Mit dem Titel “Deutschlands einziger gehörloser Professor” könne er sich nicht wirklich identifizieren und begründet dies wie folgt: “Es gibt inzwischen gehörlose Juristen, Betriebswirtschaftler, Psychologen und vielerlei mehr.”

Anfang der 90er-Jahre war Rathmann an der Universität Hamburg. Anschließend ging er zum Studieren und Unterrichten in die Vereinigten Staaten von Amerika. Dort entdeckte er eine neue Welt. In Amerika gibt es nämlich die einzige Gehörlosen-Universität weltweit: Die Gallaudet University, die im Jahr 1856 in der Nähe von Washington gegründet wurde. Insbesondere sein Aufenthalt in den USA habe den Grundstein für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn gelegt. Innerhalb von zehn Jahren eignete er sich dort die Amerikanische Gebärdensprache (American Sign Language, ASL) an und beherrscht sie nun nahezu perfekt. Wie gesprochenes amerikanisches Englisch ist ASL eine eigene Sprache. “Das Lustige war, dass mir die amerikanischen Gehörlosen immer gesagt haben, ‘Du hast aber auch einen deutschen Akzent’”, berichtet Rathmann. Wie die Lautsprache habe jede Gebärdensprache ihre eigene Grammatik, Intonation und Satzmelodie.

Seit April 2008 leitet Prof. Dr. Christian Rathmann das Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser. Mit rund 30 Mitarbeitern und pro Studienjahr über 30 Bachelor-Studenten sowie einigen Master-Studenten handelt es sich dabei um die größte Forschungseinrichtung für Gebärdensprachen in Deutschland und das einzige eigenständige Institut.

Das momentan größte Vorhaben ist das auf 15 Jahre angelegte DGS-Korpusprojekt. Das Ziel ist die Entstehung eines elektronischen Wörterbuchs, bei dem Wörter in der Deutschen Gebärdensprache konsultiert werden können und umgekehrt. Hierbei sollen die einzelnen Gebärden im Kontext eines natürlichen Gesprächs aufgezeichnet werden. Grundlage dafür sind ca. 600 bis 800 Stunden Videomaterial von Dialogen von 320 Informanten aus dem ganzen Land.

Rathmann ist Forscher mit Leidenschaft. “Aber was mein Leben jetzt angeht, nur weil ich nicht hören kann: Ich lebe eigentlich nicht besonders anders als eine hörende Person. Ich bin ein Augenmensch, mir fallen visuell Dinge schneller ins Auge”.

Mehr zum Thema auf uepo.de
Gehörlose Gebärdensprachdolmetscher ausgebildet
[Text: Jessica Antosik. Quelle: welt.de, 05.08.2011; Der Spiegel, Nr. 34, 22.08.2011. Bild: sign-lang.uni-hamburg.de.]

Gebärdensprachdolmetscher an Universitäten

Es gibt spezielle Kindergärten und Schulen für Gehörlose. An einer Universität allerdings sind Gehörlose oftmals allein unter den Hörenden und auf Hilfe angewiesen. In Großstädten wie Köln, Hamburg, München oder Berlin ist die Dolmetschersituation am besten. Über die sog. “Eingliederungshilfe” werden den Gehörlosen die Dolmetscherkosten (zumindest in der Erstausbildung) zwar übernommen, jeder Student muss sich aber selbst um geeignete Helfer kümmern. “Und die findet man nicht wie Sand am Meer”, sagt eine Gehörlose, die trotz ihrer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit “Pädagogik der Kindheit und Familienbildung” an der FH Köln studiert. Sie muss viel organisieren und die Dolmetscher zwei bis drei Wochen im Voraus über alle Termine informieren. Häufig ändern die Dozenten jedoch die Zeiten spontan.

Selbst mit der Hilfe eines Dolmetschers ist es für den Gehörlosen nicht einfach, der Vorlesung zu folgen. Wenn beispielsweise ein grafisches Stufenmodell erklärt wird, muss der Gehörlose die Grafik auf der Folie nachvollziehen und dabei auf die Gesten seines Dolmetschers achten. Es handelt sich somit um eine doppelte Denkleistung. Der zweite anwesende Dolmetscher malt schnellstmöglich das Stufenmodell ab und zeigt es dem Studenten. Die Schwierigkeit aufseiten des Gebärdensprachdolmetschers liegt nun darin, dass bestimmte Fachbegriffe in der Gebärdensprache nicht existieren. Oder aber es gibt sie, doch der Student kennt diese wiederum nicht. In diesem Fall muss der Dolmetscher zunächst eine inhaltliche Verdolmetschung liefern und dann in den Fachbegriff einführen. Letzterer wird im Fingeralphabet buchstabiert. Auf diese Weise lernt der Gehörlose wie der Begriff in der Schriftsprache lautet. Anschließend zeigt der Dolmetscher die entsprechende Geste. Gibt es keine Gebärde für einen Begriff, können bereits existierende Gebärden zusammengesetzt oder Gebärdenzeichen erarbeitet werden. Wenn man mit einem Studenten lange zusammenarbeitet, kann man mit der Zeit den Sprachstil besser einschätzen.

Nach einer Lehrveranstaltung sollen sich die Studenten häufig in Gruppen mit Fallbeispielen befassen. Die Studenten sitzen im Kreis, der Dolmetscher mittendrin. Der Gehörlose benötigt nun nicht nur eine Verdolmetschung dessen, was gerade gesagt wird, sondern sie muss ferner mitbekommen, wer in dem Moment was gesagt hat. Dies gestaltet sich natürlich insbesondere dann schwierig, wenn alle durcheinanderreden. Möchten sich die Studenten in den Pausen über die Vorlesung austauschen, dolmetschen die Gebärdensprachdolmetscher, auch wenn sie sich eigentlich erholen müssten, denn Dolmetschen erfordert viel Konzentration.

Als Gebärdensprachdolmetscher muss man sich, wenn man bei einer Lehrveranstaltung eingesetzt wird, gut vorbereiten und in die Thematik einlesen sowie gegebenenfalls Gebärden im Vorfeld recherchieren. Ob der Dolmetscher eines gehörlosen Studenten ebenfalls die Prüfungen bestehen würde, ist jedoch nicht garantiert, da sich der Dolmetscher zwar Inselwissen aneignet, aber die Aufgaben nicht übt und, wie ein Simultan- oder Konsekutivdolmetscher, am Ende einer Rede oft nicht weiß, worum es sich eigentlich handelte.

[Text: Jessica Antosik. Quelle: FAZ vom 28./29.05.2011.]

Gehörlose Gebärdensprachdolmetscher ausgebildet

Das Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser (IDGS) bietet seit einiger Zeit in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) der Universität Hamburg ein neues und deutschlandweit einzigartiges weiterbildendes Studium zur Qualifizierung tauber Gebärdensprachdolmetscher an. Mitte April wurden die ersten 16 Absolventen verabschiedet, die mit deutscher, russischer und türkischer Gebärdensprache als Muttersprache zwischen der deutschen und einer weiteren Gebärdensprache sowie zwischen der deutschen Schriftsprache und der deutschen Gebärdensprache professionell dolmetschen.

Das weiterbildende Studium ist berufsbegleitend und modular aufgebaut. Nach Bestehen der sechs Module, wobei zwei Wochenendseminare pro Modul stattfinden, können die Teilnehmer die staatliche Prüfung zum Gebärdensprachdolmetscher in Darmstadt ablegen. Die Kosten pro Modul belaufen sich auf 300 Euro. Das Studium beinhaltet Folgendes:

  • Gedächtnistraining
  • Translationswissenschaft
  • Ethik
  • Linguistik für Gebärdensprachdolmetscher/innen
  • Vom-Blatt-Übersetzen
  • Simultandolmetschen
  • International Sign
  • Dolmetschen vom Teleprompter

Der zweite Durchgang des Studiums ist für das Sommersemester 2012 geplant.

Fast nur gehörlose Menschen sind in der Lage, zwischen zwei Gebärdensprachen zu dolmetschen. Das Programm wurde von Prof. Dr. Christian Rathmann (Bild rechts), Deutschlands einzigem gehörlosen Professor, vom Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) herausgearbeitet. Prof. Dr. Rathmann äußerte sich hinsichtlich des Studium wie folgt: “Der neue weiterbildende Studiengang Gebärdendolmetschen bedeutet einen weiteren Schritt in Richtung Inklusion und Gleichstellung tauber Menschen im öffentlichen Leben.” Absolvent Rafael-Evitan Grombelka, der die Internationale, Litauische, Polnische und Russische Gebärdensprache beherrscht, sagt: “Ich habe sehr viel dazu gelernt, z. B. im Modul Ethik über mein Verhalten als Dolmetscher und über den Umgang mit hörenden Dolmetscherkollegen und gehörlosen Kunden.” Er wünscht sich, “dass es mehr taube Gebärdensprachdolmetscher gibt und dies auch in der Gehörlosengemeinschaft und bei den Hörenden bekannter wird.”

[Text: Jessica Antosik. Quelle: aww.uni-hamburg.de; myhandicap.de, 15.04.2011. Bilder: sign-lang.uni-hamburg.de; aww.uni-hamburg.de.]

Hochschule Fresenius: Berufsbegleitender Master Gebärdensprachdolmetschen

Hochschule Fresenius, Idstein

Die Hochschule Fresenius (HSF) in Idstein/Taunus (40 Minuten nordwestlich von Frankfurt) will im kommenden Wintersemester erstmals einen Master-Studiengang Gebärdensprachdolmetschen anbieten. Das berufsbegleitende Studium, das insgesamt fünf Semester dauert, führt zum Titel Master of Arts. Nach erfolgreichem Abschluss ist es darüber hinaus möglich, im Verfahren der Einzelfallprüfung die Anerkennung zum staatlich geprüften Dolmetscher zu erwerben.

Mit dem derzeit in der Akkreditierung befindlichen Programm bietet die Hochschule Fresenius das deutschlandweit erste berufsbegleitende Master-Studium für Gebärdensprachdolmetscher für Deutsche Gebärdensprache an. Dieser Studiengang ist ein nicht-konsekutives Masterprogramm, es ist also kein auf Gebärdensprache ausgerichtetes Erststudium im Vorfeld nötig. Der Studiengang hat einen linguistischen Schwerpunkt, d.h. sprachwissenschaftliche Kenntnisse im Bereich Deutsche Laut- und Deutsche Gebärdensprache werden im Laufe des Studiums erworben und vertieft.

Die Bewerbung um einen Studienplatz setzt ein abgeschlossenes Hochschulstudium auf Bachelor-Niveau im Umfang von 180 ECTS-Creditpoints voraus, darüber hinaus Kenntnisse der Deutschen Gebärdensprache (DGS) auf mindestens B2-Niveau (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen laut Europarat), d.h. es sind bereits gute Alltagskompetenzen notwendig, da einige Lehrveranstaltungen bereits in DGS abgehalten werden. Die Eignung wird durch einen individuellen Eignungstest festgestellt. Die Lehrveranstaltungen finden an Wochenenden sowie in Blockwochen statt.

Berufschancen

Gebärdensprachdolmetscher sind tätig, um eine reibungslose Kommunikation zwischen hörenden und gehörlosen Menschen zu ermöglichen. Die Tätigkeitsfelder der künftigen Absolventinnen und Absolventen sind deshalb so vielfältig wie die Lebenssituationen: Dolmetschtätigkeiten finden statt im Bildungsbereich in Schule, Ausbildung und Studium, im Arbeitsleben bei Personalgesprächen, Einarbeitungen, Besprechungen und Betriebsversammlungen. Im Gesundheitswesen werden Dolmetscher bei Arztbesuchen, im Krankenhaus und als Begleitung in der Therapie gebraucht, aber auch in der öffentlichen oder privaten Verwaltung wie Behörden und Institutionen, in Einrichtungen der Wirtschaft oder im Sozialbereich sowie bei Gericht, Polizei oder Rechtsanwaltskonsultationen. Gebärdensprache wird ebenfalls im kirchlichen Leben genutzt, beispielsweise bei Gottesdiensten, Taufen und Eheschließungen, und zunehmend in den Medien, bei politischen oder kulturellen Veranstaltungen, im Freizeitbereich und auch im Rahmen von Konferenzen. Gebärdensprachdolmetscher arbeiten freiberuflich oder im Angestelltenverhältnis.

In Deutschland besteht ein großer Bedarf an qualifizierten Gebärdensprachdolmetschern. Auf rund 200.000 Gebärdensprachnutzer kommen nur etwa 450 Dolmetscher. Betroffenenverbände wie die Deutsche Gesellschaft der Hörgeschädigten-Selbsthilfe und Fachverbände ev. (DG) und der Deutsche Gehörlosenbund (DGB) fordern eine Mindestversorgung pro Nutzer von 4 - 5 Dolmetschstunden pro Monat, bislang werden jedoch lediglich etwa 30 bis 60 Minuten pro Monat erzielt. Der Bundesverband der Gebärdensprachdolmetscher sieht weiterhin - bei wachsenden Dolmetscheinsätzen und Anforderungen - in der qualifizierten Ausbildung die einzige Lösung, den Bedarf zu decken. Bundes- und Landesgesetze bieten Gebärdensprachnutzern eine Grundlage, die Kommunikation per Gebärdensprachdolmetscher einzufordern.

Studienverlauf und Inhalte

In den ersten beiden Semestern erwerben und erweitern die Studierenden ihre Kenntnisse in Deutscher Gebärdensprache (DGS) und Gebärdensprachlinguistik. Außerdem erwerben sie Kenntnisse zu den grundlegenden Theorien, Techniken und Strategien des Dolmetschens. Überdies stehen die linguistische Struktur der DGS und deren Verwendung im Übersetzungskontext im Vordergrund. Im zweiten Studienjahr liegt neben der Vertiefung der sprachwissenschaftlichen Kenntnisse und der Vervollkommnung der Dolmetsch-Techniken ein besonderes Augenmerk auf der Auseinandersetzung mit den gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen für gehörlose Menschen.

Eine Besonderheit der ersten beiden Studienjahre stellen die Module dar, die mit ihren Wahl-Anteilen auf Praxisfelder des Gebärdensprach-Dolmetschens vorbereiten und den Studierenden das Einüben von Techniken und Kompetenzen bei realen Aufgaben aus dem Arbeitsalltag ermöglichen. Mit der hier möglichen Auswahl von berufsspezifischen Anforderungen und Aufgaben wird eine Spezialisierung auf bestimmte Themen- und Handlungsfelder ermöglicht.

Im dritten Studienjahr/fünften Semester erfolgen die Vorbereitung und Durchführung der Master-Prüfung. Die Studierenden weisen mit der Anfertigung der Masterthese ihre wissenschaftlichen und gebärdensprach-linguistischen Kompetenzen nach. Der Studiengang schließt mit 120 ECTS und dem Abschlussgrad “Master of Arts” ab. Für das Studium werden monatliche Gebühren in Höhe von 295 Euro erhoben. Die Leitung des Studiengangs hat Frau Prof. Dr. Carla Wegener, die sich als Klinische Linguistin seit Jahren mit dem Thema Spracherwerb und Sprachstörungen befasst.

Infoabende

Der Fachbereich Gesundheit bietet Infoabende für den berufsbegleitenden Masterstudiengang Gebärdensprachdolmetschen an. Diese finden an folgenden Terminen statt:
07.08.2009 um 16 Uhr, 04.09.2009 um 19.30 Uhr, 05.09.2009 um 16.30 Uhr. Um eine vorherige verbindliche Anmeldung unter wegener@hs-fresenius.de wird gebeten.

Hochschule Fresenius
Mit über 3.000 Studierenden und Berufsfachschülern an sieben Standorten ist die Hochschule Fresenius (HSF) einer der größten und renommiertesten privaten Bildungsträger in Deutschland. Praxisnähe, innovative und zugleich auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes ausgerichtete Studien- und
Ausbildungsinhalte sowie kleine Studiengruppen sind nur einige der vielen Vorteile der Bildungsangebote der HSF. Die HSF mit ihrem Stammhaus in Idstein bei Wiesbaden kann auf eine über 160-jährige wissenschaftliche Tradition im Bildungsbereich zurückblicken. 

Weitere Informationen finden sich auf der Website der Hochschule Fresenius.

[Text: Antonie Binder. Quelle: Pressemitteilung Hochschule Fresenius, 2009-07-17. Bild: Hochschule Fresenius.]

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