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Archive für 3.11.2009

Siegelmarken von Gerichtsdolmetschern

Siegelmarke DolmetscherSiegelmarken aus bedrucktem und zusätzlich oft geprägtem Papier mit feuchtklebender Rückseite wurden früher verwendet, um Briefe mit wichtigen und vertraulichen Unterlagen zu versiegeln. Sie wurden auf die Rückseite der Briefumschläge über die Verschlussklappe geklebt.

Diese Siegelmarken, auch Verschlussmarken oder Briefverschlussmarken genannt, wurden von Ministerien, Gerichten, Ämtern, Universitäten und dem Militär sowie sonstigen „offiziellen“ Stellen und hochstehenden Persönlichkeiten benutzt, zu denen sich offensichtlich auch die Gerichtsdolmetscher zählten.

Siegelmarken verbreiteten sich Mitte des 19. Jahrhunderts in Preußen, Österreich und anderen deutschen Staaten. Sie lösten die bis dahin übliche Versiegelung mit Siegellack ab und waren bis zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in Gebrauch.

Siegelmarken von Gerichtsdolmetschern

Die hier dargestellten Marken haben in Originalgröße einen Durchmesser von 3,5 bis 4 cm und befinden sich im Besitz des Autors. Eine genaue Datierung ist schwierig. Die Marken sind mindestens 70, unter Umständen sogar 100 Jahre alt. Sie tragen folgende Beschriftung:

  1. Hof- & Gerichtsadvokat Dr. Theodor Reisch, Wien, XIX. [Bezirk], Gatterburggasse 19, beeideter Dolmetsch der ungarischen Sprache.
  2. Maximilian Max Edler von Maxen, gerichtl. beeideter Dolmetsch der ungarischen Sprache in Brünn [Brno, Tschechien].
  3. Beeidigter Dolmetscher lic. jur. C. F. Rempen [Hamburg].
  4. Julius Haacke, vereideter Dolmetscher u. Translator der englischen Sprache für den Bezirk des Kammergerichts [vermutlich Berlin].
  5. Dr. Sigmund Karplus, Hof- u. Gerichts-Advokat, Gerichtsdolmetsch für die englische und französische Sprache, Wien.

[Text: Richard Schneider. Bild: Richard Schneider.]

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