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BDÜ-Umfrage: Die Auftragslage ist ernst, aber nicht hoffnungslos
Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e. V. (BDÜ) präsentiert auf seiner Website die ersten Ergebnisse der Honorarumfrage für das Jahr 2008. Die Teilnehmer konnten diesmal vier zusätzliche Fragen zur Auftragslage beantworten, die Rückschlüsse auf die aktuelle wirtschaftliche Lage von Dolmetschern und Übersetzern zulassen. Teilgenommen hatten 1.139 Kolleginnen und Kollegen, die bis auf wenige Ausnahmen Mitglied in einem Berufsverband sind.
Auf die Frage nach der momentanen wirtschaftlichen Lage schätzten 55,2 Prozent der Umfrageteilnehmer ihre Lage als sehr gut bis befriedigend ein. Diese Zufriedenheit ist unabhängig von den verschiedenen Kundengruppen festzustellen, für die ein Dolmetscher oder Übersetzer tätig ist.
Bei fast der Hälfte der Befragten hat sich aber im Vergleich zum Vorjahr die Auftragslage im 1. Quartal 2009 gegenüber dem 1. Quartal 2008 eher verschlechtert. Dies ist alarmierend, denn innerhalb der aktuellen Honorarumfrage, die Angaben für das Jahr 2008 abfragt, haben 41,5 Prozent der Umfrageteilnehmer einen Jahresumsatz unter 30.000 Euro angegeben. Wenn dieser Umsatz nun noch weiter gesunken ist, lässt dies darauf schließen, dass sich viele freiberuflich tätige Dolmetscher und Übersetzer in einer existenzbedrohenden wirtschaftlichen Lage befinden.
Gefragt nach den Erwartungen für das 2. Halbjahr 2009 ist ein leichter Optimismus festzustellen. 32 Prozent der Kollegen setzen auf eine Erholung der Wirtschaft und damit auf eine Verbesserung der Umsatzzahlen. Etwa 40 Prozent der Kollegen glauben, dass die Situation unverändert bleiben wird.
Wie schon einleitend im Honorarspiegel 2007 festgestellt, braucht eine Volkswirtschaft wie die deutsche, die zu einem erheblichen Teil vom Export hochwertiger Güter und Know-how lebt und auf die Qualität ihrer internationalen Kommunikation angewiesen ist, professionelle Sprachmittler. Vergütungsbedingungen, die Dolmetschern oder Übersetzern keine Existenz sichern können und qualifizierte Kräfte in andere Berufsfelder abwandern lassen, kann sich die deutsche Wirtschaft nicht leisten.
Aus volkswirtschaftlicher Sicht sollten daher gerade auch in Krisenzeiten Aufträge an qualifizierte Dolmetscher und Übersetzer zu angemessenen Honoraren vergeben werden. Nur so stehen bei der erwarteten Erholung der Wirtschaft auch sofort die erfahrenen Kräfte für die notwendigen Dolmetsch- und Übersetzungsdienstleistungen zur Verfügung.
Eine detaillierte Auswertung der Antworten auf die vier Fragen zur wirtschaftlichen Lage (Stand: Juni 2009) samt grafischer Aufbereitung finden Sie auf der BDÜ-Website.
Der Honorarspiegel 2008, also der eigentliche Gegenstand der Umfrage, darf aus kartellrechtlichen Gründen erst mit erheblicher Verzögerung veröffentlicht werden. Er erscheint in gedruckter Form Ende 2009. Den Honorarspiegel 2007 können Sie unter www.bdue.de im Menü “Publikationen” bestellen.
[Text: BDÜ. Quelle: Mitteilung des BDÜ-Bundesvorstands, 2009-08-03. Bild: BDÜ.]